Mittwoch, 16. Mai 2007
Everybody should have somebody to dance with
milkyway, 12:28h
Heutige Musik: Moment without and End von Big D and the Kids Table.
Wibke und ich waren heute in Karlsruhe beim Big D and the Kids Table-Konzert. Es war eher eine kleine Runde. Bevor sie begannen waren vielleicht 30 Leute da. Also traute ich mich, einen von der Band anzusprechen, der beim Merchandising saß und fragte ihn, ob ich mir ein Lied wünsche könne. Mein Lieblingslied wäre If we want to. "Uh", meinte er, "das haben wir bestimmt eineinhalb Jahre nicht mehr gespielt. Aber ich werde mal die Jungs fragen". Ich meinte: "Das wäre cool, weil es ist wirklich mein Lieblingslied ist, aber ich mag auch Moment without an end, geht das besser?"
"Uh", meinte er. "Da siehts noch schlechter aus". Dann schlug ich ihm noch Good Luck vor und er lächelte ein bisschen und sagte: "Eins von denen werden wir hoffentlich spielen."
In der ersten Hälfte der Konzerts sagte dann der Sänger:
"Which song should we play? Hmmm. What about If we want to?"
Ich riss meine Arme hoch, und mir rutschte ein Jubelschrei raus. Er zeigte dann auf mich und sagte "Oh, there is this guy," und lachte. Auch der von vorher musste lachen, als er sah, wie ich mich freue, auch wenn er wohl schüchtern ist.
Einmal, bei dem Beginn eines Liedes grölte ich zustimmend. Auch da lachte der Sänger wieder und machte das gleiche. Bei der Zugabe spielten sie noch ein lied, zu dem der Sänger sagt, sie würden es nicht spielen, weil es niemand mag, aber es sei sein Lieblingslied und er würde sich freuen, wenn wir danach zumindest so tun würden, als gefiele es uns. Das taten wir dann auch alle.
Gegen Ende haben bestimmt 15 Leute getanzt. Das ganze war nicht so zum Pogen, aber ab und zu liessen sich ein paar hinreißen, ich mittendrin und ich schlug vor Freude mit zwei verschiedenen Leute ein.
Nach dem Konzert ging ich zum Bassisten, bedankte mich, dass sie mein Lieblingslied gespielt hatten und für die gute Show. Er meinte, er hätte If we want to vor kurzem nochmal geübt. Und ich sagte, dass ich sie gerne mal wieder live sehen würde. Und siehe da, sie kommen vielleicht schon diesen November wieder nach Deutschland.
Irgendwie war der zwar auch nicht enthusiastisch, aber auf jeden Fall sehr nett.
Wibke und ich waren heute in Karlsruhe beim Big D and the Kids Table-Konzert. Es war eher eine kleine Runde. Bevor sie begannen waren vielleicht 30 Leute da. Also traute ich mich, einen von der Band anzusprechen, der beim Merchandising saß und fragte ihn, ob ich mir ein Lied wünsche könne. Mein Lieblingslied wäre If we want to. "Uh", meinte er, "das haben wir bestimmt eineinhalb Jahre nicht mehr gespielt. Aber ich werde mal die Jungs fragen". Ich meinte: "Das wäre cool, weil es ist wirklich mein Lieblingslied ist, aber ich mag auch Moment without an end, geht das besser?"
"Uh", meinte er. "Da siehts noch schlechter aus". Dann schlug ich ihm noch Good Luck vor und er lächelte ein bisschen und sagte: "Eins von denen werden wir hoffentlich spielen."
In der ersten Hälfte der Konzerts sagte dann der Sänger:
"Which song should we play? Hmmm. What about If we want to?"
Ich riss meine Arme hoch, und mir rutschte ein Jubelschrei raus. Er zeigte dann auf mich und sagte "Oh, there is this guy," und lachte. Auch der von vorher musste lachen, als er sah, wie ich mich freue, auch wenn er wohl schüchtern ist.
Einmal, bei dem Beginn eines Liedes grölte ich zustimmend. Auch da lachte der Sänger wieder und machte das gleiche. Bei der Zugabe spielten sie noch ein lied, zu dem der Sänger sagt, sie würden es nicht spielen, weil es niemand mag, aber es sei sein Lieblingslied und er würde sich freuen, wenn wir danach zumindest so tun würden, als gefiele es uns. Das taten wir dann auch alle.
Gegen Ende haben bestimmt 15 Leute getanzt. Das ganze war nicht so zum Pogen, aber ab und zu liessen sich ein paar hinreißen, ich mittendrin und ich schlug vor Freude mit zwei verschiedenen Leute ein.
Nach dem Konzert ging ich zum Bassisten, bedankte mich, dass sie mein Lieblingslied gespielt hatten und für die gute Show. Er meinte, er hätte If we want to vor kurzem nochmal geübt. Und ich sagte, dass ich sie gerne mal wieder live sehen würde. Und siehe da, sie kommen vielleicht schon diesen November wieder nach Deutschland.
Irgendwie war der zwar auch nicht enthusiastisch, aber auf jeden Fall sehr nett.
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Freitag, 19. Januar 2007
milkyway, 19:56h
Heute Musik: Lieber keine, aber wenn, was aggressives.
7:00 Der Wecker klingelt das erste mal, aber ich entscheide mich, noch 20 Minuten weiterzuschlafen, was soll ich schon machen bis acht, wenn ich los will.
Noch kurz nachschauen, was es auf der deutschen Bahnseite aktuelles ginbt.
Dort steht dann, dass einige Züge ausfallen und der Zug nach Hannover von Zoo/Spandau abfährt. Etwas beunruhigen, um meinen Zug zu kriegen, reicht es mir dann nicht mehr, wenn ich um acht losfahren.
Die Hotlina für 3 cent pro Minute ist zum Glück besetzt. Noch kurz Zähne putzen.
7:35 Ich gehe zu Hause los und fahre erstmal zum Ostbahnhof, um mal die Lage abzuchecken. Fernzüge fahren nicht und die Schlange am Infopoint ist zu lang. Also fahre ich auf gut Glück zum Zoo.
An der Friedrichsstraße muss cih aussteigen, weil, der Lehrter Bahnhof blockiert ist. Mit dem Schienenersatzverkehr sollte ich es erst gar nicht versuchen, bekomme ich gesagt. Also setze ich mich etwas gehetzt in die U-Bahn Richtung Zoo.
8:40 Ich komme am Zoo an, genau rechtzeitig, um meinen Zug zu bekommen, für den ich reserviert habe. An den Anzeigen stehen lauter interessante üge, die in die ostdeutsche Pampa fahren. Nichts Richtung Hannover, geschweige denn Stuttgart.
Diesmal geht nichts am Infopoint vorbei. Da werde ich auf den ICE um 9:51 von Spandau verwiesen. Die S-BAhn fahre nicht nach Spandau. Sie schreibt mein Ticket auf den Zug um und sagt mir, dass um 9:01 ein Nahverkehrszug nach Spandau fährt.
9:01 Ich stehe am Gleis. Gerade stand auch noch der Zug nach Spandau dran. Wie von Geisterhand ist die Anzeige verschwunden, Durchsagen kommen keine. Also frage ich nach. Man sagt mir, der Nahverkehrszug fahre nicht, ich solle die S-Bahn nehmen.
Irgendwie schaffe es es dann auch.
9:50 Ich stehe in Spandau am Gleis. Noch eine Minute, bis der Zug nach Stuttgart kommt. Der Bahnsteig ist schon voll. Auf einmal steht an der Anzeige der Zug nach Bonn, der eine halbe Stunde Verspätung hat. Als dieser weggefahren ist, kommt die erfreuliche Durchsage: "Der Zug nach Stuttgart fällt wetterbedingt aus."
10:10 Ich habe mich am Servicepunkt angestellt. Die Schlange ist wesentlich länger als am Zoo. Ich lerne einen älteren Mann mit klassischem Bart kennen, ein Leidensgenosse.
10:40 Ich bin dran, reserviere mir sicherheitshalber einen Platz in dem Zug um 13:51 im Raucherabteil und spiele mit dem Gedanken, die Fahrt auf Sonntag zu verschieben. Die Dame am Schalter kann kann mir das Ticket nur auf den Freitag freischreiben, nicht für nächste Tage. Na gut, denke ich, nehme ich halt den Zug nach Mannheim um 10:47. Kurz nach dem Start kommt eine BAhndame und biete uns Kaffe an. "Was kostet der?" frage ich. "Nichts" sagt sie, "nur ein freundliches Lächeln". "Das bekommen sie gerne", sage ich und geniesse meinen Kaffe. Ich finde, trotz der Umstände schlägt sich meine LAune gut.
10:55 Wir kommen fast rechtzeitig los - möchte man meinen. Der Zugführer sagt bei der Durchsage, wir hätten 130 Minuten Verpätung. Kurz vor Frankfurt kommt spontan die Durchsage, dass der Zug hier endet. Bis dahin sitze ich gemütlich auf dem Platz mit der größten Beinfreiheit - im Gang, auf meinem Rucksack.
15:41 Ich bin in Frankfurt, steige in den Zug nach Stuttgart ein. Endlich, der Zug hat nur 30 Minuten Verpätung. Der Zug ist aber richtig voll. Kein Platz, meinen Rucksack hinzulegen. Also stelle ich mich neben meinen Rucksack und lese im Stehen.
17:15 Ankunft in Stuttgart. Unglaublich, ich habs geschafft. Zum Großen Finale stellen sich noch 2 Polizisten im Flur neben mich. Ich verhalte mich unauffällig und freue mich. Jetzt gibt es nur noch die U-Bahn-Fahrt nach Hause.
18:00 Ich liege in der Badewanne und geniesse die Ruhe. Als ich aussteige, sehe ich, dass After Shave in meinem Kulturbeutel ausgelaufen ist. Ich wusste gar nicht, dass ich das eingepackt hatte.
Gefühlte 27 Stunden hatte ich auf meinem Rucksack gegessen. Aber ich habe die Fahrt besser als das After Shave überstanden.
7:00 Der Wecker klingelt das erste mal, aber ich entscheide mich, noch 20 Minuten weiterzuschlafen, was soll ich schon machen bis acht, wenn ich los will.
Noch kurz nachschauen, was es auf der deutschen Bahnseite aktuelles ginbt.
Dort steht dann, dass einige Züge ausfallen und der Zug nach Hannover von Zoo/Spandau abfährt. Etwas beunruhigen, um meinen Zug zu kriegen, reicht es mir dann nicht mehr, wenn ich um acht losfahren.
Die Hotlina für 3 cent pro Minute ist zum Glück besetzt. Noch kurz Zähne putzen.
7:35 Ich gehe zu Hause los und fahre erstmal zum Ostbahnhof, um mal die Lage abzuchecken. Fernzüge fahren nicht und die Schlange am Infopoint ist zu lang. Also fahre ich auf gut Glück zum Zoo.
An der Friedrichsstraße muss cih aussteigen, weil, der Lehrter Bahnhof blockiert ist. Mit dem Schienenersatzverkehr sollte ich es erst gar nicht versuchen, bekomme ich gesagt. Also setze ich mich etwas gehetzt in die U-Bahn Richtung Zoo.
8:40 Ich komme am Zoo an, genau rechtzeitig, um meinen Zug zu bekommen, für den ich reserviert habe. An den Anzeigen stehen lauter interessante üge, die in die ostdeutsche Pampa fahren. Nichts Richtung Hannover, geschweige denn Stuttgart.
Diesmal geht nichts am Infopoint vorbei. Da werde ich auf den ICE um 9:51 von Spandau verwiesen. Die S-BAhn fahre nicht nach Spandau. Sie schreibt mein Ticket auf den Zug um und sagt mir, dass um 9:01 ein Nahverkehrszug nach Spandau fährt.
9:01 Ich stehe am Gleis. Gerade stand auch noch der Zug nach Spandau dran. Wie von Geisterhand ist die Anzeige verschwunden, Durchsagen kommen keine. Also frage ich nach. Man sagt mir, der Nahverkehrszug fahre nicht, ich solle die S-Bahn nehmen.
Irgendwie schaffe es es dann auch.
9:50 Ich stehe in Spandau am Gleis. Noch eine Minute, bis der Zug nach Stuttgart kommt. Der Bahnsteig ist schon voll. Auf einmal steht an der Anzeige der Zug nach Bonn, der eine halbe Stunde Verspätung hat. Als dieser weggefahren ist, kommt die erfreuliche Durchsage: "Der Zug nach Stuttgart fällt wetterbedingt aus."
10:10 Ich habe mich am Servicepunkt angestellt. Die Schlange ist wesentlich länger als am Zoo. Ich lerne einen älteren Mann mit klassischem Bart kennen, ein Leidensgenosse.
10:40 Ich bin dran, reserviere mir sicherheitshalber einen Platz in dem Zug um 13:51 im Raucherabteil und spiele mit dem Gedanken, die Fahrt auf Sonntag zu verschieben. Die Dame am Schalter kann kann mir das Ticket nur auf den Freitag freischreiben, nicht für nächste Tage. Na gut, denke ich, nehme ich halt den Zug nach Mannheim um 10:47. Kurz nach dem Start kommt eine BAhndame und biete uns Kaffe an. "Was kostet der?" frage ich. "Nichts" sagt sie, "nur ein freundliches Lächeln". "Das bekommen sie gerne", sage ich und geniesse meinen Kaffe. Ich finde, trotz der Umstände schlägt sich meine LAune gut.
10:55 Wir kommen fast rechtzeitig los - möchte man meinen. Der Zugführer sagt bei der Durchsage, wir hätten 130 Minuten Verpätung. Kurz vor Frankfurt kommt spontan die Durchsage, dass der Zug hier endet. Bis dahin sitze ich gemütlich auf dem Platz mit der größten Beinfreiheit - im Gang, auf meinem Rucksack.
15:41 Ich bin in Frankfurt, steige in den Zug nach Stuttgart ein. Endlich, der Zug hat nur 30 Minuten Verpätung. Der Zug ist aber richtig voll. Kein Platz, meinen Rucksack hinzulegen. Also stelle ich mich neben meinen Rucksack und lese im Stehen.
17:15 Ankunft in Stuttgart. Unglaublich, ich habs geschafft. Zum Großen Finale stellen sich noch 2 Polizisten im Flur neben mich. Ich verhalte mich unauffällig und freue mich. Jetzt gibt es nur noch die U-Bahn-Fahrt nach Hause.
18:00 Ich liege in der Badewanne und geniesse die Ruhe. Als ich aussteige, sehe ich, dass After Shave in meinem Kulturbeutel ausgelaufen ist. Ich wusste gar nicht, dass ich das eingepackt hatte.
Gefühlte 27 Stunden hatte ich auf meinem Rucksack gegessen. Aber ich habe die Fahrt besser als das After Shave überstanden.
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Dienstag, 16. Januar 2007
Der Sebi...
milkyway, 17:49h
... hört hauf.
Sebastian Deisler beeindruckt mich. Er ist Fußballprofi, mein Traumberuf bis vor 15 Jahren, hat es bis dahin geschafft, zeigt aber den Mut, aufzuhören.
"Ich konnte nicht mehr mit der richtigen Freude Fußball spielen", sagt er. Den Mut zu haben, etwas aufzuhören, das mir keinen Spass macht, hätte ich auch gerne. Gerade nachdem es heute bei einer Sprechstunde nicht lief, wie ich es gerne gewollt hätte.
Sebastian Deisler beeindruckt mich. Er ist Fußballprofi, mein Traumberuf bis vor 15 Jahren, hat es bis dahin geschafft, zeigt aber den Mut, aufzuhören.
"Ich konnte nicht mehr mit der richtigen Freude Fußball spielen", sagt er. Den Mut zu haben, etwas aufzuhören, das mir keinen Spass macht, hätte ich auch gerne. Gerade nachdem es heute bei einer Sprechstunde nicht lief, wie ich es gerne gewollt hätte.
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Montag, 15. Januar 2007
unheimliche Sprachen
milkyway, 00:36h
No Doubt: "Running"
Heute hat meine englische Mitbewohnerin "uncanny" gesagt. Sie wusste nicht, wie sie das Wort erklären sollte. Aber über Leo habe ich erfahren, dass es unheimlich heisst. Also fragte ich sie, ob es so ähnlich sei, wie wenn man im Walds Angst hat.
Mit Angst habe es nichts zu tun, meinte sie.
Und tatsächlich, die Defintion erklärt "seeming to have a supernatural character or origin, being beyond what is normal or expected : suggesting superhuman or supernatural powers ". Nichts mit Angst.
Aber uncanny ist auch die Übersetzung des Begriffes "unheimlich" von Freud, bei dem eine Angst-Implikation enthalten ist.
Das Ergebnis unserer Untersuchung ist: Deutsche verspüren einen unangenhemen Angsthauch bei unnatürlichen Sachen, weil sie ja unheimlich sind, Engländer nicht, weil bei ihnen unheimlich nichts damit zu tun hat, alleine im Wald zu sein.
Wibke hat eine Wohnung gefunden, also werde ich spätestens Ende Januar mit ihr nach Stuttgart ziehen. Jetzt ist es endgültig und fühlt sich ganz anders als vorher an. In dem Moment, in dem ich mich wirklich wohl in Berlin fühle, gehe ich wieder.
Heute hat meine englische Mitbewohnerin "uncanny" gesagt. Sie wusste nicht, wie sie das Wort erklären sollte. Aber über Leo habe ich erfahren, dass es unheimlich heisst. Also fragte ich sie, ob es so ähnlich sei, wie wenn man im Walds Angst hat.
Mit Angst habe es nichts zu tun, meinte sie.
Und tatsächlich, die Defintion erklärt "seeming to have a supernatural character or origin, being beyond what is normal or expected : suggesting superhuman or supernatural powers ". Nichts mit Angst.
Aber uncanny ist auch die Übersetzung des Begriffes "unheimlich" von Freud, bei dem eine Angst-Implikation enthalten ist.
Das Ergebnis unserer Untersuchung ist: Deutsche verspüren einen unangenhemen Angsthauch bei unnatürlichen Sachen, weil sie ja unheimlich sind, Engländer nicht, weil bei ihnen unheimlich nichts damit zu tun hat, alleine im Wald zu sein.
Wibke hat eine Wohnung gefunden, also werde ich spätestens Ende Januar mit ihr nach Stuttgart ziehen. Jetzt ist es endgültig und fühlt sich ganz anders als vorher an. In dem Moment, in dem ich mich wirklich wohl in Berlin fühle, gehe ich wieder.
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Donnerstag, 21. Dezember 2006
Ein anderes Weihnachtsfest und mehr Abschiede
milkyway, 00:05h
Gestern abend war ich mit Elvis' Abteilung beim Christmas Dinner. Und es war viel lustiger als bei meiner Abteilung.
Zwar sass ich auch meistens nur da und habe versucht, alles zu verstehen. Aber sie sprachen mich immer wieder direkt an. Und wir hatten viel zu lachen.
Nach dem Essen rauchten wir Shisha und ich konnte angeben, weil ich der Einzige war, der das schon mal gemacht hatte. Sie sagten: "Oh, you can see, he's a professional".
Hinterher tat mir der Kiefer vom Lachen weh und ich hatte eine Lehrstunde erhalten, wie lustig es sogar mit Englaendern sein kann.
Heute war dann mein letzter Arbeitstag. Die Verabeschiedung fiel mir recht leicht. Wobei ich den Eindruck hatte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte.
Ich bekam noch ein Zeugnis und folgender Teil gefaellt mir am Besten:
"I was impressed by his ability to confidently link the different facets of Clinical Governance." Wo bleibt da die englische Zurueckhaltung?
Dies ist mein letzter Beitrag aus London. Ich hoffe aber, auch in Deutschland interessante Sachen zu erleben und deswegen bin ich mir sicher, dass ich noch weiterschreiben werde.
Es waere dann allerdings noetig, den Blog umzubenennen. Hat jemand eine gute Idee fuer einen neuen Blog-Namen?
Zwar sass ich auch meistens nur da und habe versucht, alles zu verstehen. Aber sie sprachen mich immer wieder direkt an. Und wir hatten viel zu lachen.
Nach dem Essen rauchten wir Shisha und ich konnte angeben, weil ich der Einzige war, der das schon mal gemacht hatte. Sie sagten: "Oh, you can see, he's a professional".
Hinterher tat mir der Kiefer vom Lachen weh und ich hatte eine Lehrstunde erhalten, wie lustig es sogar mit Englaendern sein kann.
Heute war dann mein letzter Arbeitstag. Die Verabeschiedung fiel mir recht leicht. Wobei ich den Eindruck hatte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte.
Ich bekam noch ein Zeugnis und folgender Teil gefaellt mir am Besten:
"I was impressed by his ability to confidently link the different facets of Clinical Governance." Wo bleibt da die englische Zurueckhaltung?
Dies ist mein letzter Beitrag aus London. Ich hoffe aber, auch in Deutschland interessante Sachen zu erleben und deswegen bin ich mir sicher, dass ich noch weiterschreiben werde.
Es waere dann allerdings noetig, den Blog umzubenennen. Hat jemand eine gute Idee fuer einen neuen Blog-Namen?
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Samstag, 9. Dezember 2006
Christmas Ball
milkyway, 02:19h
Heutige Musik: "Having a good time" von Queen.
Ich sitze hier mit Krawatte und Jakett vorm Laptop, der Grund dafuer: Heute war ich mit Wibke auf dem Christmas Ball.
Ueberraschend ist, dass es wirklich Spass gemacht hat.
Wir haben folgende Preise vergeben:
- Der Hintern, der doppelt so breit ist, wie die Schultern (auf englisch: Ms Fleischberg oder Ms Sofa-Ass)
- Das schoenste Kleid ( war natuerlich eine Schwarze)
- der schwulste Mann (Beim ersten Bier, dass ich bei hm gehoelt habe: "Where is your accent from?", beim zweiten, als mich schon eine Fraue bedient hat: "Your hurting me!". Beim dritten: "Your're breaking my heart")
- Das beste Bier (Kronenbourg)
- Die "stangest woman" (Mrs Elliott, die wohl vor 25 Jahren eine Geschlechtsumwandlung machen wollte, und beim Real-Life-Test durchgefallen ist.)
- Best dancer (der Kerl in dem karierten Hemd)
Ausserdem haben wir noch getroffen:
- Steven Spielberg
- Rob, the glas keeper
- Princess Diana of Wales
- J-Lo (gleich 2x)
Am Ende kam eben Queen, da hatten wir gerade genug Bier getrunken gehabt, um zu tanzen.
Und auf dem Heimweg haben wir gesungen:
"I'm having a good time. I'm having a good time. I'm having a good time. Don't stop me now. Don't stop me now. I'm having a gooooooooooooood time!"
Um halb eins war Schluss.
Die Aufloesung fuer: "Die Fahne ist oben" ist "The flag is up."
Ich sitze hier mit Krawatte und Jakett vorm Laptop, der Grund dafuer: Heute war ich mit Wibke auf dem Christmas Ball.
Ueberraschend ist, dass es wirklich Spass gemacht hat.
Wir haben folgende Preise vergeben:
- Der Hintern, der doppelt so breit ist, wie die Schultern (auf englisch: Ms Fleischberg oder Ms Sofa-Ass)
- Das schoenste Kleid ( war natuerlich eine Schwarze)
- der schwulste Mann (Beim ersten Bier, dass ich bei hm gehoelt habe: "Where is your accent from?", beim zweiten, als mich schon eine Fraue bedient hat: "Your hurting me!". Beim dritten: "Your're breaking my heart")
- Das beste Bier (Kronenbourg)
- Die "stangest woman" (Mrs Elliott, die wohl vor 25 Jahren eine Geschlechtsumwandlung machen wollte, und beim Real-Life-Test durchgefallen ist.)
- Best dancer (der Kerl in dem karierten Hemd)
Ausserdem haben wir noch getroffen:
- Steven Spielberg
- Rob, the glas keeper
- Princess Diana of Wales
- J-Lo (gleich 2x)
Am Ende kam eben Queen, da hatten wir gerade genug Bier getrunken gehabt, um zu tanzen.
Und auf dem Heimweg haben wir gesungen:
"I'm having a good time. I'm having a good time. I'm having a good time. Don't stop me now. Don't stop me now. I'm having a gooooooooooooood time!"
Um halb eins war Schluss.
Die Aufloesung fuer: "Die Fahne ist oben" ist "The flag is up."
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Donnerstag, 7. Dezember 2006
Anleitung zum Freunde machen
milkyway, 18:30h
Man gehe in der Mittagspause zu einem Laden mit einer guten suessigkeitenauswahl. Und man nehme von allem etwas mit.
Dann gehe man in das Zimmer, in dem alle schlechte Laune haben, weil sie gestern und vorgestern schon einen schlechten Tag hatten und heute noch schlimmer ist.
Man zeige ihnen dann die Tuete mit lauter leckeren Sachen und lasse sie sich bedienen.
Nun lenke das Gespraech auf englische Schimpfwoerter und frage, ob man "wanker", "knob" und "to shag so." in einem Satz unterbringen kann.
Ziemlich bald lachen alle und beteiligen sich an dem Gespraech.
Was uebrig ist, lege man in den Kuehlschrank und jedem der reinkommt, erzaehle man, was man so gekauft hat. "Da ist bestimmt auch was fuer dich dabei".
So habe ich heute 5 neue Freunde bekommen.
Leider ueberlege ich mir jetzt wieder, morgen auf den Christmas Ball zu gehen. Nach dem Erlebnis von Dienstag hatte ich ja gar keine Lust mehr auf gesellschaftliche Anlaesse, aber jetzt moechte ich mirs doch mal anschauen.
Schon komisch: Meine Zeit geht ploetzlich dem Ende entgegen. Immer oefter sage ich den Leuten, dass ich nur noch zwei Wochen da bin. Wenn sie also was fuer mich zu tun haben, weise ich darauf hin, dass es im Rahmen bleiben muss. Und die Sorgen aus Deutschland kommen wieder zurueck in meinen Kopf.
Und am Ende des Tages hat mich sogar Carole gefragt, wann mein letzter Tag ist. Sie frage einfach nur so. Mal schauen, gibt's da vielleicht noch was von den geschaeftigen Londonern?
Am Ende haben dann doch alle Spass
Dann gehe man in das Zimmer, in dem alle schlechte Laune haben, weil sie gestern und vorgestern schon einen schlechten Tag hatten und heute noch schlimmer ist.
Man zeige ihnen dann die Tuete mit lauter leckeren Sachen und lasse sie sich bedienen.
Nun lenke das Gespraech auf englische Schimpfwoerter und frage, ob man "wanker", "knob" und "to shag so." in einem Satz unterbringen kann.
Ziemlich bald lachen alle und beteiligen sich an dem Gespraech.
Was uebrig ist, lege man in den Kuehlschrank und jedem der reinkommt, erzaehle man, was man so gekauft hat. "Da ist bestimmt auch was fuer dich dabei".
So habe ich heute 5 neue Freunde bekommen.
Leider ueberlege ich mir jetzt wieder, morgen auf den Christmas Ball zu gehen. Nach dem Erlebnis von Dienstag hatte ich ja gar keine Lust mehr auf gesellschaftliche Anlaesse, aber jetzt moechte ich mirs doch mal anschauen.
Schon komisch: Meine Zeit geht ploetzlich dem Ende entgegen. Immer oefter sage ich den Leuten, dass ich nur noch zwei Wochen da bin. Wenn sie also was fuer mich zu tun haben, weise ich darauf hin, dass es im Rahmen bleiben muss. Und die Sorgen aus Deutschland kommen wieder zurueck in meinen Kopf.
Und am Ende des Tages hat mich sogar Carole gefragt, wann mein letzter Tag ist. Sie frage einfach nur so. Mal schauen, gibt's da vielleicht noch was von den geschaeftigen Londonern?
Am Ende haben dann doch alle Spass
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Donnerstag, 30. November 2006
Lustige Leute
milkyway, 19:15h
Heutiger Musiktipp: "Moment without an End" von Big D and the Kids Table.
Elvis ist ein lustiger Mensch. Er ist ein molliger Schwarzer, mit schlecht entspiegelter Brille, um die 50. Wenn man in seinem Büro sitzt und mit ihm redet, lehnt er sich zurück, erzählt Geschichten und hört gut zu. Leider ist er ziemlich schlecht zu verstehen. Also muss man während seinen Monologen immer freundlich Nicken und so tun, als verstehe man alles. Und hoffen, dass er den wichtigen Punkt nochmal wiederholt, dass man auch darauf antworten kann. Elvis kommt aus Ghana und hat in Russlan studiert.
Wenn man selbst erzählt, freut er sich und lacht einen mit seinen weissen Zaehnen an.
Und wenn ihm gefällt, was man sagt, lehnt er sich noch mehr zurück. Dann strahlt er, streckt die Hände nach vorne, mit den Handflächen nach oben und sagt: "Thankyou. Thankyou."
Dabei nickt er zustimmend. Deshalb gebe ich mir Mühe, wirklich interessante Sachen zu sagen. So eine aufopfernde Zustimmung ist eine nette Belohnung.
Vor zwei Wochen habe ich ihn das erste Mal gesehen. Heute war ich noch mal bei ihm. Es roch interessant nach einem Reisgericht in seinem Büro. Erst traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Aber netterweise erzählte er irgendwas von lunch, also nahm ich an, dass ich sagen konnte, dass es nach Essen riecht. Und er hat sich gefreut und sich entschuldigt.
Erst sass ich so, dass sein schwarzes Gesicht direkt vor seinem hellen Fenster war, so dass ich ihn nicht erkennen konnte. Er war nur eine Silhouette. Also setzte ich mich um. Dann fiel das Licht so ein, dass sich das Fenster in seinem rechten Brillenglas spiegelte. Also sah ich ihm ins linke Auge.
Wir sprachen ueber Clinical Governance und ich verstand ihn besser als beim Smalltalk am Anfang. Danach nahm er mich mit zu einem Meeting zu Risk Management. Als es vorbei war, kam er zu mir, lächelte mich an, und fragte mich, wie es mir gefallen hat. Elvis ist ein netter Mensch.
Auf dem Heimweg ging ich im Dunkeln durch einen Park. Ausser mir war niemand dort. Ich stellte mir vor, wie mein kleiner Kreis so gross wie der ganze Park ist und dass um den Park herum 5 Milliarden Menschen waren, die in ihren Kreisen leben. Sie waren auf ihrem Heimweg, kochten, schliefen, spielten Fussball, Glotzten, sassen auf dem Klo, suchten etwas zu Essen, wachten auf, hatten Sex, lasen ein Buch, überlegten sich, das Licht anzumachen, schrieben Emails an Freunde, waren auf Beerdigungen, dachten an einen guten Freund, den sie lange nicht mehr gesehen hatten, langweilten sich.
Obwohl ich alleine in dem Park war: einsam war ich nicht. Und ich dachte: Das Schöne an Heimweh ist, dass man etwas hat, was man vermissen kann.
Was hast Du um halb sieben deutscher Zeit gemacht?
Wenn der Linienrichter beim Fussball eine Abseitsstellung anzeigt, sagen die Kommentatoren in Deutschland: "Die Fahne ist oben". Was sagen sie in England?
Elvis ist ein lustiger Mensch. Er ist ein molliger Schwarzer, mit schlecht entspiegelter Brille, um die 50. Wenn man in seinem Büro sitzt und mit ihm redet, lehnt er sich zurück, erzählt Geschichten und hört gut zu. Leider ist er ziemlich schlecht zu verstehen. Also muss man während seinen Monologen immer freundlich Nicken und so tun, als verstehe man alles. Und hoffen, dass er den wichtigen Punkt nochmal wiederholt, dass man auch darauf antworten kann. Elvis kommt aus Ghana und hat in Russlan studiert.
Wenn man selbst erzählt, freut er sich und lacht einen mit seinen weissen Zaehnen an.
Und wenn ihm gefällt, was man sagt, lehnt er sich noch mehr zurück. Dann strahlt er, streckt die Hände nach vorne, mit den Handflächen nach oben und sagt: "Thankyou. Thankyou."
Dabei nickt er zustimmend. Deshalb gebe ich mir Mühe, wirklich interessante Sachen zu sagen. So eine aufopfernde Zustimmung ist eine nette Belohnung.
Vor zwei Wochen habe ich ihn das erste Mal gesehen. Heute war ich noch mal bei ihm. Es roch interessant nach einem Reisgericht in seinem Büro. Erst traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Aber netterweise erzählte er irgendwas von lunch, also nahm ich an, dass ich sagen konnte, dass es nach Essen riecht. Und er hat sich gefreut und sich entschuldigt.
Erst sass ich so, dass sein schwarzes Gesicht direkt vor seinem hellen Fenster war, so dass ich ihn nicht erkennen konnte. Er war nur eine Silhouette. Also setzte ich mich um. Dann fiel das Licht so ein, dass sich das Fenster in seinem rechten Brillenglas spiegelte. Also sah ich ihm ins linke Auge.
Wir sprachen ueber Clinical Governance und ich verstand ihn besser als beim Smalltalk am Anfang. Danach nahm er mich mit zu einem Meeting zu Risk Management. Als es vorbei war, kam er zu mir, lächelte mich an, und fragte mich, wie es mir gefallen hat. Elvis ist ein netter Mensch.
Auf dem Heimweg ging ich im Dunkeln durch einen Park. Ausser mir war niemand dort. Ich stellte mir vor, wie mein kleiner Kreis so gross wie der ganze Park ist und dass um den Park herum 5 Milliarden Menschen waren, die in ihren Kreisen leben. Sie waren auf ihrem Heimweg, kochten, schliefen, spielten Fussball, Glotzten, sassen auf dem Klo, suchten etwas zu Essen, wachten auf, hatten Sex, lasen ein Buch, überlegten sich, das Licht anzumachen, schrieben Emails an Freunde, waren auf Beerdigungen, dachten an einen guten Freund, den sie lange nicht mehr gesehen hatten, langweilten sich.
Obwohl ich alleine in dem Park war: einsam war ich nicht. Und ich dachte: Das Schöne an Heimweh ist, dass man etwas hat, was man vermissen kann.
Was hast Du um halb sieben deutscher Zeit gemacht?
Wenn der Linienrichter beim Fussball eine Abseitsstellung anzeigt, sagen die Kommentatoren in Deutschland: "Die Fahne ist oben". Was sagen sie in England?
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Freitag, 17. November 2006
Konzertbericht
milkyway, 22:31h
Frueher, als ich mit 18 auf Punkrockkonzerte gegangen bin, um zu pogen, habe ich mich immer gefragt, wann ich zu alt dafuer werde. Bis 24 werde ich das bestimmt machen, dachte ich. Nun bin ich 26 und gehe immer noch auf Punkrockkonzerte. Seltener zwar als frueher, aber ich tanze immer noch gerne vorne im Gewuehle. So wie am Samstag mit Clemens beim Less tahn Jake - Konzert
Gestern war Rancid in der Brixton Academy. Die Karte habe ich schon vor 3 Wochen gekauft. Eine Kollegin hatten mich gewarnt dahin zu gehen. In Brixton gibt es Bandenkriege und Drogenhaendler. Als ich gestern morgen aufwachte, mit veschnupfter Nase und Schleim im Hals, ueberlegte ich mir, das Ganze doch sein zu lassen. Aber dann hoerte ich mir zwei Lieder von ihnen auf myspace.com an und entschied mich, doch hinzugehen. Und Micha lieh mir das Auto. „Bezahlt isch’s“ spukte mir den ganzen Tag eine alte schaebische Weisheit im Kopf.
Als ich aus dem Auto ausstieg war ich mir nicht sicher, ob ich dort parken duerfte. Also fragte ich einen Jungen, der im Auto vor mir sass. Er war, wie ich, am Samstag auf dem Konzert gewesen. Er fand, wie ich, Less than Jake sehr gut und, wie ich, Dropkick Murphys enttaeuschend. Ich wuenschte ihm ein schoenes Konzert und er meinte noch, ja, vielleicht sieht man sich dort.
Die Schlange ging einmal um die Halle herum. Als ich an ihrem Ende ankam, wurde ich freundlich von einem Amerikaner empfangen. „Fuck your dad“ sagte er zu mir. Seine Freundin sagte mir „say ‚fuck yourself’“. Was ich auch tat, aber er hoerte mich leider nicht.
Hinter mir in der Schlange standen 2 Jungen und ihre Mutter. Die Jungs bekamen wirklich grosse Augen, als ich erzaehlte, dass ich Rancid schon 1998 live gesehen habe, sie waeren da erst 7 oder 8 gewesen. Ich werde alt.
Die Brixton Academy ist sehr schoen. Muss wohl ein altes Theater sein. Es gibt dort eine Empore und einen Innenraum. Oebn, auf der Empore besteht Stehverbot, dafuer gibt es viele Sitzplaetze dort. Und leider habe ich noch nur eine Karte fuer oben bekommen.
Also fragte ich die Jungs, ob einer von ihnen, wenn sie drin sind, kurz nochmal rauskoennte und mir seine Karte geben koennte, damit ich auch unten reinkomme. Sie wuerden sie dann natuerlich auch wieder bekommen. Die Mutter war dagegen. Das ist schon komisch: Am Samstag Less than Jake - Konzert habe ich fuer Clemens auch nur eine Karte fuer oben bekommen. Also bin ich unten rein, und habe verschiedene Leute gefragt, ob sie mir eine Minute ihre Karte leihen koennten, damit ich mit meinem Bruder das Konzert zusammen sehen koennte. Vier sagten „nein“, bei dem einen verstehe ich es noch, der sah ziemlich bekifft aus. Aber ich stehl den Leuten ja nix.
Der fuenfte wollte mich auch schon abwimmeln, als er merkte, dass sein Freund auch nur eine Karte fuer oben hatte und sich schon oben hingesetzt hatte. Also schlug ich ihm vor, dass ich Clemens hole und er dann seine Karte bekommt und dann seinen Freund holen kann. Ich habe ihm das drei mal erklaert, bis er es verstanden hat und dann sagte er ziemlich ueberrascht: „You are clever“, was ich einfach mal als Kompliment verstehe.
Gestern musste ich also nach oben. Ich setze mich hin und hoerte mir die ziemlich schlechte erste Vorband an. Danach sprach mich eine Englaender an, die mit zwei Freunden da war. Wir hatten ein bisschen Smalltalk. Ich habe mal wieder gsagt, dass ich ein „Appointment“ habe (was Termin heisst) obwohl ich Placement meinte (das heisst Praktikum). Sie hat sich nicht gewundert und als ich den naechsten Satz sagte, drehte sie sich schon weg. Wenigstens habe ich noch jemanden kennengelernt.
Und die zweite Vorband war wesentlch besser.
Bei den Vorbands waren vereinzelte Leute aufgestanden, aber die freundlichen Aufpasser in orangenen Polohemden hatten sie immer zum Hinsetzen bewegt. Als Rancid kam, standen alle auf und die Ordner gaben auf. Die Englaender tanzten zwar nicht, aber so konnten sie schoen konzentriert das Konzert beobachten.
Das Konzert
Rancid war sehr geil. Sie hatten eine Leinwand hinter sich aufgehaengt, wo Zombiefilme liefen, Verfolgungsjagden, alte Western und Bilder von Atombombenabwuerfen. So kann man Stimmung machen.
Am linken Rank der Buehne (von oben hatte ich den vollen Durchblick) stand eine aeltere Frau. Sie hatte schon weisse Haare, aber tanzte besser als die meisten Englaender. Sie wippte mit dem ganzen Koerper, ihr altersschwacher Busen brang das Rancid-T-Shirt in Bewegung. Sie hatte die Arme leicht leicht nach vorne gebeugt und hob sie im Rhytmus. Einmal flippte sie voellig aus und klatschte mit. Ihre Beinarbeit liess zu wuenschen uebrig, aber die knallrote Handtasche, die vor ihr stand machte das allemal wett.
Am Anfang der Zugabe spielten sie 3 Lieder auf Akkustikgitarren. Tims Amstrong einmalige Stimme und hunderte Englaender, de den Tezt mitsinge und ein deutscher, der vor sich mitsummt. Da lief’s mit kalt den Ruecken runter.
Nach dem Konzert zog ich mein verschiwtztes T-Shirt aus. Als ich herausging fuehlte ich mich leer. Eine Leere, die ich erst beim naechsten Konzert wieder fuellen kann.
Ich waere schon sehr gerne unten gewesen.
Ansonsten:
Ich habe mir ueberlegt, der Kollegin, die mich gewarnt hat, nach Brixton zu gehen, ein t-Shirt zu basteln. Mit dem Aufdruck „I survived Brixton... (vorne) ...but I had to buy drugs (hinten)”
Oder “My colleague went to Brixton and all he got was this lousy t-shirt”
Gestern war Rancid in der Brixton Academy. Die Karte habe ich schon vor 3 Wochen gekauft. Eine Kollegin hatten mich gewarnt dahin zu gehen. In Brixton gibt es Bandenkriege und Drogenhaendler. Als ich gestern morgen aufwachte, mit veschnupfter Nase und Schleim im Hals, ueberlegte ich mir, das Ganze doch sein zu lassen. Aber dann hoerte ich mir zwei Lieder von ihnen auf myspace.com an und entschied mich, doch hinzugehen. Und Micha lieh mir das Auto. „Bezahlt isch’s“ spukte mir den ganzen Tag eine alte schaebische Weisheit im Kopf.
Als ich aus dem Auto ausstieg war ich mir nicht sicher, ob ich dort parken duerfte. Also fragte ich einen Jungen, der im Auto vor mir sass. Er war, wie ich, am Samstag auf dem Konzert gewesen. Er fand, wie ich, Less than Jake sehr gut und, wie ich, Dropkick Murphys enttaeuschend. Ich wuenschte ihm ein schoenes Konzert und er meinte noch, ja, vielleicht sieht man sich dort.
Die Schlange ging einmal um die Halle herum. Als ich an ihrem Ende ankam, wurde ich freundlich von einem Amerikaner empfangen. „Fuck your dad“ sagte er zu mir. Seine Freundin sagte mir „say ‚fuck yourself’“. Was ich auch tat, aber er hoerte mich leider nicht.
Hinter mir in der Schlange standen 2 Jungen und ihre Mutter. Die Jungs bekamen wirklich grosse Augen, als ich erzaehlte, dass ich Rancid schon 1998 live gesehen habe, sie waeren da erst 7 oder 8 gewesen. Ich werde alt.
Die Brixton Academy ist sehr schoen. Muss wohl ein altes Theater sein. Es gibt dort eine Empore und einen Innenraum. Oebn, auf der Empore besteht Stehverbot, dafuer gibt es viele Sitzplaetze dort. Und leider habe ich noch nur eine Karte fuer oben bekommen.
Also fragte ich die Jungs, ob einer von ihnen, wenn sie drin sind, kurz nochmal rauskoennte und mir seine Karte geben koennte, damit ich auch unten reinkomme. Sie wuerden sie dann natuerlich auch wieder bekommen. Die Mutter war dagegen. Das ist schon komisch: Am Samstag Less than Jake - Konzert habe ich fuer Clemens auch nur eine Karte fuer oben bekommen. Also bin ich unten rein, und habe verschiedene Leute gefragt, ob sie mir eine Minute ihre Karte leihen koennten, damit ich mit meinem Bruder das Konzert zusammen sehen koennte. Vier sagten „nein“, bei dem einen verstehe ich es noch, der sah ziemlich bekifft aus. Aber ich stehl den Leuten ja nix.
Der fuenfte wollte mich auch schon abwimmeln, als er merkte, dass sein Freund auch nur eine Karte fuer oben hatte und sich schon oben hingesetzt hatte. Also schlug ich ihm vor, dass ich Clemens hole und er dann seine Karte bekommt und dann seinen Freund holen kann. Ich habe ihm das drei mal erklaert, bis er es verstanden hat und dann sagte er ziemlich ueberrascht: „You are clever“, was ich einfach mal als Kompliment verstehe.
Gestern musste ich also nach oben. Ich setze mich hin und hoerte mir die ziemlich schlechte erste Vorband an. Danach sprach mich eine Englaender an, die mit zwei Freunden da war. Wir hatten ein bisschen Smalltalk. Ich habe mal wieder gsagt, dass ich ein „Appointment“ habe (was Termin heisst) obwohl ich Placement meinte (das heisst Praktikum). Sie hat sich nicht gewundert und als ich den naechsten Satz sagte, drehte sie sich schon weg. Wenigstens habe ich noch jemanden kennengelernt.
Und die zweite Vorband war wesentlch besser.
Bei den Vorbands waren vereinzelte Leute aufgestanden, aber die freundlichen Aufpasser in orangenen Polohemden hatten sie immer zum Hinsetzen bewegt. Als Rancid kam, standen alle auf und die Ordner gaben auf. Die Englaender tanzten zwar nicht, aber so konnten sie schoen konzentriert das Konzert beobachten.
Das Konzert
Rancid war sehr geil. Sie hatten eine Leinwand hinter sich aufgehaengt, wo Zombiefilme liefen, Verfolgungsjagden, alte Western und Bilder von Atombombenabwuerfen. So kann man Stimmung machen.
Am linken Rank der Buehne (von oben hatte ich den vollen Durchblick) stand eine aeltere Frau. Sie hatte schon weisse Haare, aber tanzte besser als die meisten Englaender. Sie wippte mit dem ganzen Koerper, ihr altersschwacher Busen brang das Rancid-T-Shirt in Bewegung. Sie hatte die Arme leicht leicht nach vorne gebeugt und hob sie im Rhytmus. Einmal flippte sie voellig aus und klatschte mit. Ihre Beinarbeit liess zu wuenschen uebrig, aber die knallrote Handtasche, die vor ihr stand machte das allemal wett.
Am Anfang der Zugabe spielten sie 3 Lieder auf Akkustikgitarren. Tims Amstrong einmalige Stimme und hunderte Englaender, de den Tezt mitsinge und ein deutscher, der vor sich mitsummt. Da lief’s mit kalt den Ruecken runter.
Nach dem Konzert zog ich mein verschiwtztes T-Shirt aus. Als ich herausging fuehlte ich mich leer. Eine Leere, die ich erst beim naechsten Konzert wieder fuellen kann.
Ich waere schon sehr gerne unten gewesen.
Ansonsten:
Ich habe mir ueberlegt, der Kollegin, die mich gewarnt hat, nach Brixton zu gehen, ein t-Shirt zu basteln. Mit dem Aufdruck „I survived Brixton... (vorne) ...but I had to buy drugs (hinten)”
Oder “My colleague went to Brixton and all he got was this lousy t-shirt”
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Montag, 6. November 2006
Somerset Gardens
milkyway, 21:22h
Wenn man Musik hört und dabei eine Geschichte vor sich ablaufen sieht, weiss man, dass sie gut ist. Dies ist mir eben passiert, als ich versucht habe, eine Hose zu bügeln. Ich hörte the get up kids und fühlte mich in eine andere Welt versetzt.
Ich bekam Lust, etwas zu schreiben.
Sommerset Gardens
Wenn ich vom Einkaufszentrum von Lewisham, dem Ort in dem ich hier wohne, nach Hause gehe, komme ich an einem Haus aus einer anderen Welt vorbei. Es hat eine pinke Verande, an den Fenstern schlingen sich graue Steingirlanden, die einmal bunt gewesen sind. Der Zaun vor dem Haus ist eingefallen. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass er früher einmal in verschiedenen leuchtenden Farben bemalt wurde. Der Vorgarten ist verwildert. Das Tor hängt schräg zur Seite und davor steht ein Strassenschild, als würde es die Welt beschreiben, aus der das Haus kommt. Darauf steht "SOMERSET GARDENS".
Einmal lief ich dort vorbei und eine schwarze magere Frau stand davor, beide Hände an der Säule der Veranda, einen fernen Blick im Gesicht. Sie schrie unverständliche Sachen in meine Richtung. Ich fragte mich, ob sie mich meinte, aber als ich weiter lief, schrie sie immer noch in die gleiche Richtung.
Ein anderes Mal war eine andere Frau in einem grauen Joggingsanzug auf der Veranda. Sie bellte. Und das tat sie richtig gut. Als Kind hätte ich gerne so bellen können. Sie blickte in die Luft, irgendwo über dem Vorgarten und bellte die halbe Minute, die ich brauchte, um an dem Haus vorbeizulaufen.
Lunch mit List
Heute war ich mit Lisa im Spitaleigenen Pub "Lewiclub". Und das forderte mich mehr heraus, als ich geahnt hatte.
Zuallererst trage ich gerade eine Erkältung mit mir herum, die meine Konzentration beeinträchtigt. Das macht Konversation auf englisch nicht einfacher. Dann meinte Lisa wieder einmal, dass es sehr "confident" von mir wäre, hierher zu kommen und dass ich mich "confident" schlagen würde. Ich wollte ihr erklären, dass ich nicht selbstsicher bin, aber es kam nicht raus. Auf meiner Gabel lag Salat, der in meinen Mund reinwollte und mein Mund wollte komplizierte Sachen auf englisch sagen.
"I can't eat and speak english at once" sagte ich. Sie musste lachen.
Im Grunde hatte ich das nur gesagt, um meine Unsicherheit zu überspielen.
Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nicht selbstsicher bin, aber ich konnte sie nicht überzeugen.
Ihr hat das Mittagessen Spass gemacht, sagte sie hinterher, ich erzählte ihr, dass sie mich ziemlich gefordert hat und sie lachte wieder.
Für morgen habe ich mir vorgenommen, ihr zu erzählen, dass ich Soziologie studiert habe, weil ich unsicher bin, weil ich wissen wollte, weshalb andere Leute wissen, wie sie in bestimmten Situationen handeln müssen. Vielleicht hilft das ja.
Weihnachtsball
Ich habe Micha überredet, mit mir zum Christmasball zu kommen. Noch diese Woche werde ich 2 Karten kaufen und ich bin sehr gespannt, was mich da erwartet. Micha wird nicht lange bleiben, weil sie am nächsten Tag Bereitschaftsdienst hat. Das könnte eine Chance für mich sein, zu gehen, wenn mir langweilig ist. Oder es richtig zu geniessen, wenn mir meine Tante nicht auf die Finger schaut.
Am achten dezember ist es soweit.

Ich bekam Lust, etwas zu schreiben.
Sommerset Gardens
Wenn ich vom Einkaufszentrum von Lewisham, dem Ort in dem ich hier wohne, nach Hause gehe, komme ich an einem Haus aus einer anderen Welt vorbei. Es hat eine pinke Verande, an den Fenstern schlingen sich graue Steingirlanden, die einmal bunt gewesen sind. Der Zaun vor dem Haus ist eingefallen. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass er früher einmal in verschiedenen leuchtenden Farben bemalt wurde. Der Vorgarten ist verwildert. Das Tor hängt schräg zur Seite und davor steht ein Strassenschild, als würde es die Welt beschreiben, aus der das Haus kommt. Darauf steht "SOMERSET GARDENS".
Einmal lief ich dort vorbei und eine schwarze magere Frau stand davor, beide Hände an der Säule der Veranda, einen fernen Blick im Gesicht. Sie schrie unverständliche Sachen in meine Richtung. Ich fragte mich, ob sie mich meinte, aber als ich weiter lief, schrie sie immer noch in die gleiche Richtung.
Ein anderes Mal war eine andere Frau in einem grauen Joggingsanzug auf der Veranda. Sie bellte. Und das tat sie richtig gut. Als Kind hätte ich gerne so bellen können. Sie blickte in die Luft, irgendwo über dem Vorgarten und bellte die halbe Minute, die ich brauchte, um an dem Haus vorbeizulaufen.
Lunch mit List
Heute war ich mit Lisa im Spitaleigenen Pub "Lewiclub". Und das forderte mich mehr heraus, als ich geahnt hatte.
Zuallererst trage ich gerade eine Erkältung mit mir herum, die meine Konzentration beeinträchtigt. Das macht Konversation auf englisch nicht einfacher. Dann meinte Lisa wieder einmal, dass es sehr "confident" von mir wäre, hierher zu kommen und dass ich mich "confident" schlagen würde. Ich wollte ihr erklären, dass ich nicht selbstsicher bin, aber es kam nicht raus. Auf meiner Gabel lag Salat, der in meinen Mund reinwollte und mein Mund wollte komplizierte Sachen auf englisch sagen.
"I can't eat and speak english at once" sagte ich. Sie musste lachen.
Im Grunde hatte ich das nur gesagt, um meine Unsicherheit zu überspielen.
Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nicht selbstsicher bin, aber ich konnte sie nicht überzeugen.
Ihr hat das Mittagessen Spass gemacht, sagte sie hinterher, ich erzählte ihr, dass sie mich ziemlich gefordert hat und sie lachte wieder.
Für morgen habe ich mir vorgenommen, ihr zu erzählen, dass ich Soziologie studiert habe, weil ich unsicher bin, weil ich wissen wollte, weshalb andere Leute wissen, wie sie in bestimmten Situationen handeln müssen. Vielleicht hilft das ja.
Weihnachtsball
Ich habe Micha überredet, mit mir zum Christmasball zu kommen. Noch diese Woche werde ich 2 Karten kaufen und ich bin sehr gespannt, was mich da erwartet. Micha wird nicht lange bleiben, weil sie am nächsten Tag Bereitschaftsdienst hat. Das könnte eine Chance für mich sein, zu gehen, wenn mir langweilig ist. Oder es richtig zu geniessen, wenn mir meine Tante nicht auf die Finger schaut.
Am achten dezember ist es soweit.

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