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Donnerstag, 21. Dezember 2006
Ein anderes Weihnachtsfest und mehr Abschiede
milkyway, 00:05h
Gestern abend war ich mit Elvis' Abteilung beim Christmas Dinner. Und es war viel lustiger als bei meiner Abteilung.
Zwar sass ich auch meistens nur da und habe versucht, alles zu verstehen. Aber sie sprachen mich immer wieder direkt an. Und wir hatten viel zu lachen.
Nach dem Essen rauchten wir Shisha und ich konnte angeben, weil ich der Einzige war, der das schon mal gemacht hatte. Sie sagten: "Oh, you can see, he's a professional".
Hinterher tat mir der Kiefer vom Lachen weh und ich hatte eine Lehrstunde erhalten, wie lustig es sogar mit Englaendern sein kann.
Heute war dann mein letzter Arbeitstag. Die Verabeschiedung fiel mir recht leicht. Wobei ich den Eindruck hatte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte.
Ich bekam noch ein Zeugnis und folgender Teil gefaellt mir am Besten:
"I was impressed by his ability to confidently link the different facets of Clinical Governance." Wo bleibt da die englische Zurueckhaltung?
Dies ist mein letzter Beitrag aus London. Ich hoffe aber, auch in Deutschland interessante Sachen zu erleben und deswegen bin ich mir sicher, dass ich noch weiterschreiben werde.
Es waere dann allerdings noetig, den Blog umzubenennen. Hat jemand eine gute Idee fuer einen neuen Blog-Namen?
Zwar sass ich auch meistens nur da und habe versucht, alles zu verstehen. Aber sie sprachen mich immer wieder direkt an. Und wir hatten viel zu lachen.
Nach dem Essen rauchten wir Shisha und ich konnte angeben, weil ich der Einzige war, der das schon mal gemacht hatte. Sie sagten: "Oh, you can see, he's a professional".
Hinterher tat mir der Kiefer vom Lachen weh und ich hatte eine Lehrstunde erhalten, wie lustig es sogar mit Englaendern sein kann.
Heute war dann mein letzter Arbeitstag. Die Verabeschiedung fiel mir recht leicht. Wobei ich den Eindruck hatte, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte.
Ich bekam noch ein Zeugnis und folgender Teil gefaellt mir am Besten:
"I was impressed by his ability to confidently link the different facets of Clinical Governance." Wo bleibt da die englische Zurueckhaltung?
Dies ist mein letzter Beitrag aus London. Ich hoffe aber, auch in Deutschland interessante Sachen zu erleben und deswegen bin ich mir sicher, dass ich noch weiterschreiben werde.
Es waere dann allerdings noetig, den Blog umzubenennen. Hat jemand eine gute Idee fuer einen neuen Blog-Namen?
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Sonntag, 17. Dezember 2006
Alle Zeichen auf Abschied
milkyway, 22:32h
Heutige Musik:
"Moment without an End". Mal wieder von Big D and the Kids Table.
Am Donnerstag hatte ich meine erste Abschiedsszene. Judith hat die Abteilung verlassen und es war ziemlich rührend. Währed meiner Zeit hier habe ich kaum mit ihr geredet. Sie war soooo beschäftigt. Aber beim Abschied ist alles anders. Sie sagte, sie liesse mir ihre EMail-Adresse da, damit ich mich bei ihr melden könnte, falls ich sie was fragen wollte. Ich hab zwar absolut keine Fragen an sie, ausser "Why are you always so busy?", aber vielleicht habt ihr ja eine Idee.
Heute war meine zweite Abschiedsszene. Niklas und Steffi sind nach einem viel zu kurzen Aufenthalt wieder abgereist. Mit ihnen werde ich mich mal zum Bier trinken verbreden, denn vor lauter Touristenstress und anbahnender Erkältung haben wir "Die Insel" angeschaut (ich glaube, den habe ich jetzt zum fünften Mal gesehen). Da war kein Platz zum Bier trinken zwischen Greenwich, Oxford Street, Regent Street, South Band, National Theatre Cafe, Tate Modern, English Breakfast, Inder, Pizza Essen, Fish 'n Chips und Science Museum.

Auch die Burger-Ketten hängen Weihnachtsschmuck auf. Und ich reagiere auf den Befehl "Schau mal in die Kamera,Gabi."

Der schöne Ausblick am Null-Meridian in Greenwich.
Diese Abschiede hatten noch nichts damit zu tun, dass meine Zeit hier am Freitag zu Ende geht. Aber es hat mich gut vorbereitet, auf das, was nächste Woche kommt. Am Dienstag Mittag muss ich mich von Lisa verabschieden, abends von Elvis, und am Donnerstag von meiner Abteilung. Abends gehe ich dann mit Micha essen, und der Abschied wird wirklich hart. Micha ist nämlich eine sehr angenehme Mitbewohnerin. Ich habe sie sehr lieb gewonnen.
Und jetzt ist es an der Zeit, das schon gewünschte Resumee zu ziehen:
Es war wirklich toll. Ich hätte vorher nicht erwartet, dass es so aufregend wird. Noch weniger war mir klar, dass ich damit so gut zurecht kommen würde. Ich habe wirklich viel gelernt.
Natürlich wird es immer unvergesslich bleiben. So sehr ich Euch vermisst habe.
Eine Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnern werde. Und was möchte man mehr? Gell!
"Moment without an End". Mal wieder von Big D and the Kids Table.
Am Donnerstag hatte ich meine erste Abschiedsszene. Judith hat die Abteilung verlassen und es war ziemlich rührend. Währed meiner Zeit hier habe ich kaum mit ihr geredet. Sie war soooo beschäftigt. Aber beim Abschied ist alles anders. Sie sagte, sie liesse mir ihre EMail-Adresse da, damit ich mich bei ihr melden könnte, falls ich sie was fragen wollte. Ich hab zwar absolut keine Fragen an sie, ausser "Why are you always so busy?", aber vielleicht habt ihr ja eine Idee.
Heute war meine zweite Abschiedsszene. Niklas und Steffi sind nach einem viel zu kurzen Aufenthalt wieder abgereist. Mit ihnen werde ich mich mal zum Bier trinken verbreden, denn vor lauter Touristenstress und anbahnender Erkältung haben wir "Die Insel" angeschaut (ich glaube, den habe ich jetzt zum fünften Mal gesehen). Da war kein Platz zum Bier trinken zwischen Greenwich, Oxford Street, Regent Street, South Band, National Theatre Cafe, Tate Modern, English Breakfast, Inder, Pizza Essen, Fish 'n Chips und Science Museum.

Auch die Burger-Ketten hängen Weihnachtsschmuck auf. Und ich reagiere auf den Befehl "Schau mal in die Kamera,Gabi."

Der schöne Ausblick am Null-Meridian in Greenwich.
Diese Abschiede hatten noch nichts damit zu tun, dass meine Zeit hier am Freitag zu Ende geht. Aber es hat mich gut vorbereitet, auf das, was nächste Woche kommt. Am Dienstag Mittag muss ich mich von Lisa verabschieden, abends von Elvis, und am Donnerstag von meiner Abteilung. Abends gehe ich dann mit Micha essen, und der Abschied wird wirklich hart. Micha ist nämlich eine sehr angenehme Mitbewohnerin. Ich habe sie sehr lieb gewonnen.
Und jetzt ist es an der Zeit, das schon gewünschte Resumee zu ziehen:
Es war wirklich toll. Ich hätte vorher nicht erwartet, dass es so aufregend wird. Noch weniger war mir klar, dass ich damit so gut zurecht kommen würde. Ich habe wirklich viel gelernt.
Natürlich wird es immer unvergesslich bleiben. So sehr ich Euch vermisst habe.
Eine Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnern werde. Und was möchte man mehr? Gell!
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Samstag, 9. Dezember 2006
Christmas Ball
milkyway, 02:19h
Heutige Musik: "Having a good time" von Queen.
Ich sitze hier mit Krawatte und Jakett vorm Laptop, der Grund dafuer: Heute war ich mit Wibke auf dem Christmas Ball.
Ueberraschend ist, dass es wirklich Spass gemacht hat.
Wir haben folgende Preise vergeben:
- Der Hintern, der doppelt so breit ist, wie die Schultern (auf englisch: Ms Fleischberg oder Ms Sofa-Ass)
- Das schoenste Kleid ( war natuerlich eine Schwarze)
- der schwulste Mann (Beim ersten Bier, dass ich bei hm gehoelt habe: "Where is your accent from?", beim zweiten, als mich schon eine Fraue bedient hat: "Your hurting me!". Beim dritten: "Your're breaking my heart")
- Das beste Bier (Kronenbourg)
- Die "stangest woman" (Mrs Elliott, die wohl vor 25 Jahren eine Geschlechtsumwandlung machen wollte, und beim Real-Life-Test durchgefallen ist.)
- Best dancer (der Kerl in dem karierten Hemd)
Ausserdem haben wir noch getroffen:
- Steven Spielberg
- Rob, the glas keeper
- Princess Diana of Wales
- J-Lo (gleich 2x)
Am Ende kam eben Queen, da hatten wir gerade genug Bier getrunken gehabt, um zu tanzen.
Und auf dem Heimweg haben wir gesungen:
"I'm having a good time. I'm having a good time. I'm having a good time. Don't stop me now. Don't stop me now. I'm having a gooooooooooooood time!"
Um halb eins war Schluss.
Die Aufloesung fuer: "Die Fahne ist oben" ist "The flag is up."
Ich sitze hier mit Krawatte und Jakett vorm Laptop, der Grund dafuer: Heute war ich mit Wibke auf dem Christmas Ball.
Ueberraschend ist, dass es wirklich Spass gemacht hat.
Wir haben folgende Preise vergeben:
- Der Hintern, der doppelt so breit ist, wie die Schultern (auf englisch: Ms Fleischberg oder Ms Sofa-Ass)
- Das schoenste Kleid ( war natuerlich eine Schwarze)
- der schwulste Mann (Beim ersten Bier, dass ich bei hm gehoelt habe: "Where is your accent from?", beim zweiten, als mich schon eine Fraue bedient hat: "Your hurting me!". Beim dritten: "Your're breaking my heart")
- Das beste Bier (Kronenbourg)
- Die "stangest woman" (Mrs Elliott, die wohl vor 25 Jahren eine Geschlechtsumwandlung machen wollte, und beim Real-Life-Test durchgefallen ist.)
- Best dancer (der Kerl in dem karierten Hemd)
Ausserdem haben wir noch getroffen:
- Steven Spielberg
- Rob, the glas keeper
- Princess Diana of Wales
- J-Lo (gleich 2x)
Am Ende kam eben Queen, da hatten wir gerade genug Bier getrunken gehabt, um zu tanzen.
Und auf dem Heimweg haben wir gesungen:
"I'm having a good time. I'm having a good time. I'm having a good time. Don't stop me now. Don't stop me now. I'm having a gooooooooooooood time!"
Um halb eins war Schluss.
Die Aufloesung fuer: "Die Fahne ist oben" ist "The flag is up."
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Donnerstag, 7. Dezember 2006
Anleitung zum Freunde machen
milkyway, 18:30h
Man gehe in der Mittagspause zu einem Laden mit einer guten suessigkeitenauswahl. Und man nehme von allem etwas mit.
Dann gehe man in das Zimmer, in dem alle schlechte Laune haben, weil sie gestern und vorgestern schon einen schlechten Tag hatten und heute noch schlimmer ist.
Man zeige ihnen dann die Tuete mit lauter leckeren Sachen und lasse sie sich bedienen.
Nun lenke das Gespraech auf englische Schimpfwoerter und frage, ob man "wanker", "knob" und "to shag so." in einem Satz unterbringen kann.
Ziemlich bald lachen alle und beteiligen sich an dem Gespraech.
Was uebrig ist, lege man in den Kuehlschrank und jedem der reinkommt, erzaehle man, was man so gekauft hat. "Da ist bestimmt auch was fuer dich dabei".
So habe ich heute 5 neue Freunde bekommen.
Leider ueberlege ich mir jetzt wieder, morgen auf den Christmas Ball zu gehen. Nach dem Erlebnis von Dienstag hatte ich ja gar keine Lust mehr auf gesellschaftliche Anlaesse, aber jetzt moechte ich mirs doch mal anschauen.
Schon komisch: Meine Zeit geht ploetzlich dem Ende entgegen. Immer oefter sage ich den Leuten, dass ich nur noch zwei Wochen da bin. Wenn sie also was fuer mich zu tun haben, weise ich darauf hin, dass es im Rahmen bleiben muss. Und die Sorgen aus Deutschland kommen wieder zurueck in meinen Kopf.
Und am Ende des Tages hat mich sogar Carole gefragt, wann mein letzter Tag ist. Sie frage einfach nur so. Mal schauen, gibt's da vielleicht noch was von den geschaeftigen Londonern?
Am Ende haben dann doch alle Spass
Dann gehe man in das Zimmer, in dem alle schlechte Laune haben, weil sie gestern und vorgestern schon einen schlechten Tag hatten und heute noch schlimmer ist.
Man zeige ihnen dann die Tuete mit lauter leckeren Sachen und lasse sie sich bedienen.
Nun lenke das Gespraech auf englische Schimpfwoerter und frage, ob man "wanker", "knob" und "to shag so." in einem Satz unterbringen kann.
Ziemlich bald lachen alle und beteiligen sich an dem Gespraech.
Was uebrig ist, lege man in den Kuehlschrank und jedem der reinkommt, erzaehle man, was man so gekauft hat. "Da ist bestimmt auch was fuer dich dabei".
So habe ich heute 5 neue Freunde bekommen.
Leider ueberlege ich mir jetzt wieder, morgen auf den Christmas Ball zu gehen. Nach dem Erlebnis von Dienstag hatte ich ja gar keine Lust mehr auf gesellschaftliche Anlaesse, aber jetzt moechte ich mirs doch mal anschauen.
Schon komisch: Meine Zeit geht ploetzlich dem Ende entgegen. Immer oefter sage ich den Leuten, dass ich nur noch zwei Wochen da bin. Wenn sie also was fuer mich zu tun haben, weise ich darauf hin, dass es im Rahmen bleiben muss. Und die Sorgen aus Deutschland kommen wieder zurueck in meinen Kopf.
Und am Ende des Tages hat mich sogar Carole gefragt, wann mein letzter Tag ist. Sie frage einfach nur so. Mal schauen, gibt's da vielleicht noch was von den geschaeftigen Londonern?
Am Ende haben dann doch alle Spass
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Mittwoch, 6. Dezember 2006
Weihnachtsfeier
milkyway, 00:02h
Heute war Abteilungsessen. Ich habe mich ziemlich gelangtweilt, bis auf die Knallbonbons, die waren ganz lustig.
Als mich eine fragte: "Are you very busy at the moment?" und mich dann fragte, ob ich ihr bei was helfen koennte, bei der Arbeit, wurde mir schlagartig klar, weshalb Betriebsfeiern allgemein einen schlechten Ruf geniessen. Sie hat ein bisschen gelallt dabei, es war nur noch die Haelfte der Leute da und dann wirft sie fuer einen Moment meine Welt aus den Angeln.
Als mich eine fragte: "Are you very busy at the moment?" und mich dann fragte, ob ich ihr bei was helfen koennte, bei der Arbeit, wurde mir schlagartig klar, weshalb Betriebsfeiern allgemein einen schlechten Ruf geniessen. Sie hat ein bisschen gelallt dabei, es war nur noch die Haelfte der Leute da und dann wirft sie fuer einen Moment meine Welt aus den Angeln.
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Ist es schon so weit?
milkyway, 14:37h
Gestern hatten Micha und ich wirklich grossen Spass. Alles weitere dazu bleibt erstmal unter uns.
Mittags war ich bei der Betriebsaerztin, die ich schon einige Mal gesehen habe. Es war wohl das letzte Mal. Deshalb sagte sie noch: "Viel Glueck im weiteren Leben und entschuldige, dass ich dich so oft schmerzhaft gepickst habe." Es war eine nette Verabschiedung.
Mein Lunch verbrachte ich mal wieder mit Lisa. Und sie fragte mich, ob ich die Zeit hier genossen haette, eetwas gelernt haette und mal daran gedacht haette, es abzubrechen.
Dann stellte ich Mark meine Idee zu Clinical Governance vor. Und er sagte, er wuerde es den anderen vorstellen, und was ich sonst so die letzten 3 Wochen vorhaette. Mein Projekt war also ziemlich aprupt zu Ende.
Irgendwie war gestern alles auf Abschied eingestellt. Vielleicht haben Micha und ich deshalb drei Flaschen Wein getrunken...
Mittags war ich bei der Betriebsaerztin, die ich schon einige Mal gesehen habe. Es war wohl das letzte Mal. Deshalb sagte sie noch: "Viel Glueck im weiteren Leben und entschuldige, dass ich dich so oft schmerzhaft gepickst habe." Es war eine nette Verabschiedung.
Mein Lunch verbrachte ich mal wieder mit Lisa. Und sie fragte mich, ob ich die Zeit hier genossen haette, eetwas gelernt haette und mal daran gedacht haette, es abzubrechen.
Dann stellte ich Mark meine Idee zu Clinical Governance vor. Und er sagte, er wuerde es den anderen vorstellen, und was ich sonst so die letzten 3 Wochen vorhaette. Mein Projekt war also ziemlich aprupt zu Ende.
Irgendwie war gestern alles auf Abschied eingestellt. Vielleicht haben Micha und ich deshalb drei Flaschen Wein getrunken...
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Donnerstag, 30. November 2006
Lustige Leute
milkyway, 19:15h
Heutiger Musiktipp: "Moment without an End" von Big D and the Kids Table.
Elvis ist ein lustiger Mensch. Er ist ein molliger Schwarzer, mit schlecht entspiegelter Brille, um die 50. Wenn man in seinem Büro sitzt und mit ihm redet, lehnt er sich zurück, erzählt Geschichten und hört gut zu. Leider ist er ziemlich schlecht zu verstehen. Also muss man während seinen Monologen immer freundlich Nicken und so tun, als verstehe man alles. Und hoffen, dass er den wichtigen Punkt nochmal wiederholt, dass man auch darauf antworten kann. Elvis kommt aus Ghana und hat in Russlan studiert.
Wenn man selbst erzählt, freut er sich und lacht einen mit seinen weissen Zaehnen an.
Und wenn ihm gefällt, was man sagt, lehnt er sich noch mehr zurück. Dann strahlt er, streckt die Hände nach vorne, mit den Handflächen nach oben und sagt: "Thankyou. Thankyou."
Dabei nickt er zustimmend. Deshalb gebe ich mir Mühe, wirklich interessante Sachen zu sagen. So eine aufopfernde Zustimmung ist eine nette Belohnung.
Vor zwei Wochen habe ich ihn das erste Mal gesehen. Heute war ich noch mal bei ihm. Es roch interessant nach einem Reisgericht in seinem Büro. Erst traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Aber netterweise erzählte er irgendwas von lunch, also nahm ich an, dass ich sagen konnte, dass es nach Essen riecht. Und er hat sich gefreut und sich entschuldigt.
Erst sass ich so, dass sein schwarzes Gesicht direkt vor seinem hellen Fenster war, so dass ich ihn nicht erkennen konnte. Er war nur eine Silhouette. Also setzte ich mich um. Dann fiel das Licht so ein, dass sich das Fenster in seinem rechten Brillenglas spiegelte. Also sah ich ihm ins linke Auge.
Wir sprachen ueber Clinical Governance und ich verstand ihn besser als beim Smalltalk am Anfang. Danach nahm er mich mit zu einem Meeting zu Risk Management. Als es vorbei war, kam er zu mir, lächelte mich an, und fragte mich, wie es mir gefallen hat. Elvis ist ein netter Mensch.
Auf dem Heimweg ging ich im Dunkeln durch einen Park. Ausser mir war niemand dort. Ich stellte mir vor, wie mein kleiner Kreis so gross wie der ganze Park ist und dass um den Park herum 5 Milliarden Menschen waren, die in ihren Kreisen leben. Sie waren auf ihrem Heimweg, kochten, schliefen, spielten Fussball, Glotzten, sassen auf dem Klo, suchten etwas zu Essen, wachten auf, hatten Sex, lasen ein Buch, überlegten sich, das Licht anzumachen, schrieben Emails an Freunde, waren auf Beerdigungen, dachten an einen guten Freund, den sie lange nicht mehr gesehen hatten, langweilten sich.
Obwohl ich alleine in dem Park war: einsam war ich nicht. Und ich dachte: Das Schöne an Heimweh ist, dass man etwas hat, was man vermissen kann.
Was hast Du um halb sieben deutscher Zeit gemacht?
Wenn der Linienrichter beim Fussball eine Abseitsstellung anzeigt, sagen die Kommentatoren in Deutschland: "Die Fahne ist oben". Was sagen sie in England?
Elvis ist ein lustiger Mensch. Er ist ein molliger Schwarzer, mit schlecht entspiegelter Brille, um die 50. Wenn man in seinem Büro sitzt und mit ihm redet, lehnt er sich zurück, erzählt Geschichten und hört gut zu. Leider ist er ziemlich schlecht zu verstehen. Also muss man während seinen Monologen immer freundlich Nicken und so tun, als verstehe man alles. Und hoffen, dass er den wichtigen Punkt nochmal wiederholt, dass man auch darauf antworten kann. Elvis kommt aus Ghana und hat in Russlan studiert.
Wenn man selbst erzählt, freut er sich und lacht einen mit seinen weissen Zaehnen an.
Und wenn ihm gefällt, was man sagt, lehnt er sich noch mehr zurück. Dann strahlt er, streckt die Hände nach vorne, mit den Handflächen nach oben und sagt: "Thankyou. Thankyou."
Dabei nickt er zustimmend. Deshalb gebe ich mir Mühe, wirklich interessante Sachen zu sagen. So eine aufopfernde Zustimmung ist eine nette Belohnung.
Vor zwei Wochen habe ich ihn das erste Mal gesehen. Heute war ich noch mal bei ihm. Es roch interessant nach einem Reisgericht in seinem Büro. Erst traute ich mich nicht, etwas zu sagen. Aber netterweise erzählte er irgendwas von lunch, also nahm ich an, dass ich sagen konnte, dass es nach Essen riecht. Und er hat sich gefreut und sich entschuldigt.
Erst sass ich so, dass sein schwarzes Gesicht direkt vor seinem hellen Fenster war, so dass ich ihn nicht erkennen konnte. Er war nur eine Silhouette. Also setzte ich mich um. Dann fiel das Licht so ein, dass sich das Fenster in seinem rechten Brillenglas spiegelte. Also sah ich ihm ins linke Auge.
Wir sprachen ueber Clinical Governance und ich verstand ihn besser als beim Smalltalk am Anfang. Danach nahm er mich mit zu einem Meeting zu Risk Management. Als es vorbei war, kam er zu mir, lächelte mich an, und fragte mich, wie es mir gefallen hat. Elvis ist ein netter Mensch.
Auf dem Heimweg ging ich im Dunkeln durch einen Park. Ausser mir war niemand dort. Ich stellte mir vor, wie mein kleiner Kreis so gross wie der ganze Park ist und dass um den Park herum 5 Milliarden Menschen waren, die in ihren Kreisen leben. Sie waren auf ihrem Heimweg, kochten, schliefen, spielten Fussball, Glotzten, sassen auf dem Klo, suchten etwas zu Essen, wachten auf, hatten Sex, lasen ein Buch, überlegten sich, das Licht anzumachen, schrieben Emails an Freunde, waren auf Beerdigungen, dachten an einen guten Freund, den sie lange nicht mehr gesehen hatten, langweilten sich.
Obwohl ich alleine in dem Park war: einsam war ich nicht. Und ich dachte: Das Schöne an Heimweh ist, dass man etwas hat, was man vermissen kann.
Was hast Du um halb sieben deutscher Zeit gemacht?
Wenn der Linienrichter beim Fussball eine Abseitsstellung anzeigt, sagen die Kommentatoren in Deutschland: "Die Fahne ist oben". Was sagen sie in England?
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Montag, 27. November 2006
Heimweh + Homesick
milkyway, 19:47h
Heutige Musik: Angels and Airwaves: "Star of Bethlehem"
Inspiriert durch eine Mail, die ich gerade geschrieben habe, möchte ich das Heimweh beschreiben, das ich letzte Woche hatte.
Vergangenes Wochenende war ich mit meiner Tante in Devon, an der Südküste Englands. Dort wohnten wir in einem Appartment. Die Vermieter waren Gartendesigner. Der Mann war ein richtiger Einsiedler. Dass er damit gar nicht so zurecht kommt, konnte man daran sehen, wieviel er redete. Seine Frau haben wir nicht gesehen, sie arbeitete die ganze Zeit.
Er erzählte: "Ich kenne hier nur 4 oder 5 Leute, mit denen ich Fischen gehe. Mehr brauche ich aber auch nicht. Jeden Morgen gehe ich mit meiner Frau auf die Terasse, schaue unseren Garten an und das Kliff herunter. Was braucht man mehr.
Letztens war ich in London. Drei Tage. Und ich fragte mich: Wie können Menschen nur so leben."
Und dann:
"Meine Frau ist eine gute Gartendesignerin. Sie ist mittlerweile zu einiger Berümtheit gelangt."
So hört sich Einsamkeit an.
Als ich gerade nach der Arbeit ins Internetcafe gegangen bin, dachte ich: Einsamkeit... ... das ist Heimweh.
Und zwar deshalb:
Ich denke, dass jeder Mensch in seiner eigenen kleinen Welt lebt. Er macht, was für ihn am Besten erscheint. Und wenn er es mag, anderen zu helfen, dann ist er ein netter Mensch, irgendwie. Aber kein Besserer. In dieser kleinen Welt ist jeder alleine.
Diese kleinen Welten sind nicht voneinander abgegrenzt. Sie stossen zusammen, wenn man mit jemandem redet, telefoniert, Fussball spielt, jemanden anschaut, auch wenn dieser nicht zurückschaut. Selbst im Kino ist der Film, den man sieht auch immer der Film, den andere Menschen sehen (ein Tipp: Lasst die Finger von dem neuen James Bond).
Hier entstehen kleine Welt an der mehrere Menschen teilhaben. Wenn man durch die Strassen geht, sieht man viele kleine Gruppen, in denen mehrere kleine Welten nebeneinander stehen, nie voneinander abgegrenzt. Die Menschen dort sind nun nicht mehr einsam. Sie sind Teil etwas grösserem.
Gerade habe ich gesehen, wie eine Asiatin einige Minuten wartete. Sie blickte gelangweilt, sah niemanden an, stellte sich an den Rand des Weges und bewegte sich möglichst wenig.
Nach einigen Minuten kam ihre Freundin mit einem Koffer, eine kleine Asiatin. Und beide lächelten. Die kleine war gerade aus der Bahn ausgestiegen und sie freuten sich, nicht mehr alleine zu sein. Sie grinsten sich an und wenn sie nicht Asiatinnen gewesen wären, hätten sie sich bestimmt umarmt.
Hier in London zu sein, bedeutet für mich, Einblick in neue kleine Welten zu bekommen.
Als ich vor zwei Jahren in London war, ging ich mit Wibke und Miri, der Freundin bei der wir schliefen, um sechs Uhr morgens zum Zug. Wir sahen in die gewöhnlichen englischen Häuser. Mit kleinem Vorgarten, Erker neben der Haustür und einer Mauer zum Bürgersteig. Ich fragte mich: Wie leben die Menschen hier? Wie fuehlt es sich an, in London zu leben?
Und jetzt erlebe ich es!
Ich bin von den kleinen sozialen Kreisen, die ich in Berlin habe, in völlig neue hereingeworfen worden. Sie sind natürlich anders.
Mich fasziniert die unendliche Vielzahl von Welten. Und dass sie ein Gesamtes ergeben. So stelle ich es mir vor. Den Fluss der Menschen.
Und wenn man das Gefühl hat, den Kontakt zu ihnen zu verlieren, sich einsam fühlt, dann ist das Heimweh. Die Sehnsucht, am Leben anderer Leute teilnehmen zu dürfen. Und deswegen bin ich der Meinung, dass "Heimweh" einfach das bessere Wort ist. "Homesick" trifft das einfach nicht.
War mal ein ernsteres Thema, und vielleicht habe ich ja Glück und es haben nicht viele geschafft, bis zum Ende zu lesen.
Noch ein Satz:
Ich frage mich, ob der Amokläufer eigentlich auch dieses Heimweh hatte. Er konnte nichts gegen das Heimweh tun, weil die anderen Grenzen um ihre Kreise ziehen. Und diese Grenze zogen sie vor ihm. Dass Menschen so engstirnig sein können. Und sich dann hinterher wundern ("Wir haben ihn nur ab und zu geneckt und in die Wange gekniffen"), das war das schlimme.
Wie fandet ihr James Bond?
Inspiriert durch eine Mail, die ich gerade geschrieben habe, möchte ich das Heimweh beschreiben, das ich letzte Woche hatte.
Vergangenes Wochenende war ich mit meiner Tante in Devon, an der Südküste Englands. Dort wohnten wir in einem Appartment. Die Vermieter waren Gartendesigner. Der Mann war ein richtiger Einsiedler. Dass er damit gar nicht so zurecht kommt, konnte man daran sehen, wieviel er redete. Seine Frau haben wir nicht gesehen, sie arbeitete die ganze Zeit.
Er erzählte: "Ich kenne hier nur 4 oder 5 Leute, mit denen ich Fischen gehe. Mehr brauche ich aber auch nicht. Jeden Morgen gehe ich mit meiner Frau auf die Terasse, schaue unseren Garten an und das Kliff herunter. Was braucht man mehr.
Letztens war ich in London. Drei Tage. Und ich fragte mich: Wie können Menschen nur so leben."
Und dann:
"Meine Frau ist eine gute Gartendesignerin. Sie ist mittlerweile zu einiger Berümtheit gelangt."
So hört sich Einsamkeit an.
Als ich gerade nach der Arbeit ins Internetcafe gegangen bin, dachte ich: Einsamkeit... ... das ist Heimweh.
Und zwar deshalb:
Ich denke, dass jeder Mensch in seiner eigenen kleinen Welt lebt. Er macht, was für ihn am Besten erscheint. Und wenn er es mag, anderen zu helfen, dann ist er ein netter Mensch, irgendwie. Aber kein Besserer. In dieser kleinen Welt ist jeder alleine.
Diese kleinen Welten sind nicht voneinander abgegrenzt. Sie stossen zusammen, wenn man mit jemandem redet, telefoniert, Fussball spielt, jemanden anschaut, auch wenn dieser nicht zurückschaut. Selbst im Kino ist der Film, den man sieht auch immer der Film, den andere Menschen sehen (ein Tipp: Lasst die Finger von dem neuen James Bond).
Hier entstehen kleine Welt an der mehrere Menschen teilhaben. Wenn man durch die Strassen geht, sieht man viele kleine Gruppen, in denen mehrere kleine Welten nebeneinander stehen, nie voneinander abgegrenzt. Die Menschen dort sind nun nicht mehr einsam. Sie sind Teil etwas grösserem.
Gerade habe ich gesehen, wie eine Asiatin einige Minuten wartete. Sie blickte gelangweilt, sah niemanden an, stellte sich an den Rand des Weges und bewegte sich möglichst wenig.
Nach einigen Minuten kam ihre Freundin mit einem Koffer, eine kleine Asiatin. Und beide lächelten. Die kleine war gerade aus der Bahn ausgestiegen und sie freuten sich, nicht mehr alleine zu sein. Sie grinsten sich an und wenn sie nicht Asiatinnen gewesen wären, hätten sie sich bestimmt umarmt.
Hier in London zu sein, bedeutet für mich, Einblick in neue kleine Welten zu bekommen.
Als ich vor zwei Jahren in London war, ging ich mit Wibke und Miri, der Freundin bei der wir schliefen, um sechs Uhr morgens zum Zug. Wir sahen in die gewöhnlichen englischen Häuser. Mit kleinem Vorgarten, Erker neben der Haustür und einer Mauer zum Bürgersteig. Ich fragte mich: Wie leben die Menschen hier? Wie fuehlt es sich an, in London zu leben?
Und jetzt erlebe ich es!
Ich bin von den kleinen sozialen Kreisen, die ich in Berlin habe, in völlig neue hereingeworfen worden. Sie sind natürlich anders.
Mich fasziniert die unendliche Vielzahl von Welten. Und dass sie ein Gesamtes ergeben. So stelle ich es mir vor. Den Fluss der Menschen.
Und wenn man das Gefühl hat, den Kontakt zu ihnen zu verlieren, sich einsam fühlt, dann ist das Heimweh. Die Sehnsucht, am Leben anderer Leute teilnehmen zu dürfen. Und deswegen bin ich der Meinung, dass "Heimweh" einfach das bessere Wort ist. "Homesick" trifft das einfach nicht.
War mal ein ernsteres Thema, und vielleicht habe ich ja Glück und es haben nicht viele geschafft, bis zum Ende zu lesen.
Noch ein Satz:
Ich frage mich, ob der Amokläufer eigentlich auch dieses Heimweh hatte. Er konnte nichts gegen das Heimweh tun, weil die anderen Grenzen um ihre Kreise ziehen. Und diese Grenze zogen sie vor ihm. Dass Menschen so engstirnig sein können. Und sich dann hinterher wundern ("Wir haben ihn nur ab und zu geneckt und in die Wange gekniffen"), das war das schlimme.
Wie fandet ihr James Bond?
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