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Montag, 23. Oktober 2006
Ausblick
milkyway, 19:47h
Morgen oder uebermorgen werde ich folgende Beitraege veroeffentlichen:
- Ausfluege
- Meetings.
Wenn ich mir da mal nicht zu viel vorgenommen habe.
Kurzer Zwischenstand: Heute habe ich mich mit Nick zum Biertrinken fuer Mittwoch naechster Woche verabredet. Die sollen ja ganz schlimme Trinker sein, die Englaender...
- Ausfluege
- Meetings.
Wenn ich mir da mal nicht zu viel vorgenommen habe.
Kurzer Zwischenstand: Heute habe ich mich mit Nick zum Biertrinken fuer Mittwoch naechster Woche verabredet. Die sollen ja ganz schlimme Trinker sein, die Englaender...
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Freitag, 20. Oktober 2006
1. Mal
milkyway, 15:36h
Heute habe ich auf dem Weg zur Arbeit gleich mehrere Dinge zum ersten Mal gemacht:
- Eine Krawatte in der Oeffentlichkeit getragen (eine Stunde spaeter musste ich sie wieder abmachen, weil ich einen roten Kopf bekam.)
- Einen MP3-Player in der Oeffentlichkeit getragen.
- Meinen eigenen Regenschirm benutzt.
- Eine Krawatte in der Oeffentlichkeit getragen (eine Stunde spaeter musste ich sie wieder abmachen, weil ich einen roten Kopf bekam.)
- Einen MP3-Player in der Oeffentlichkeit getragen.
- Meinen eigenen Regenschirm benutzt.
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Donnerstag, 19. Oktober 2006
Everyday-Adventures
milkyway, 20:23h
Bitte waehrend des Lesens folgende Musik hoeren:
The Pietasters: Criyin Over You: http://www.myspace.com/thepietasters
Angels And Airwaves: The War:
http://www.myspace.com/angelsandairwaves
Science Fiction
Gestern war ich im Kino und habe wieder eine Traene abgedrueckt. Mehr ging aber beim besten Willen nicht. Ich habe "Children of Men" gesehen, einen Science-Fiction-Film. Das Kino lag nahe der Underground-Station "North-Greenwich". Was wesentlich einsamer liegt, als es klingt.
Man kommt aus dem Kino raus und sieht im Horizont die Hochhaeuser der Docklands. Rechts daneben, in Laufnaehe, liegt der Millenium-Dom. Auf dem Weg dorthin kommt man einem Neubaugebiet vorbei, was so gar-nicht-englische Haeuser hat.
Ich ging also Richtung U-Bahn. Auf den Strassen kam alle zwei Minuten ein Bus vorbei, selten konnte ich Fussgaenger in den dunklen Schatten ausmachen. Die Strassen waren verschwenderisch breit. Ob hier in der Rush-Hour mehr los ist?
Ich ueberlegte, zu sehen, wie weit weg die Docklands wirklich sind. Meiner Schaetzung nach eine halbe Stunde, aber wie das bei Hochhaeusern so ist: Auf viel Schaetz-Erfahrung kann ich mich dabei nicht verlassen. Also machte ich mich auf den Weg dorthin, um es auszuprobieren. So sehr ich mich bemuehte, die Strasse machte immer wieder eine Kurve zum Millenium-Dome. Ich kam einfach nicht naeher heran. Der letzte Versuch misslang, als ich links am Millenium-Dome vorbei wollte, dort aber eine bewachte Schranke war. Und links und rechts davon meterhohe, sichtgeschuetzte Zaeune. Ich nahm dann die Underground und die DLR, was aufregend genug war, schliesslich musste ich an der Station Canary Wharf umsteigen und die ist einfach uebertrieben Science-Fiction. Als ich dort an die frische Luft kam, war ich so ueberwaeltigt von den drei Wolkenkratzern, die mich umzingelten, dass ich auf das Bier an der Bar dort verzichtete.
Man muss es ja nicht uebertreiben.
Studenten-Treffen
Heute habe ich Claire getroffen, die einzige englische Studentin, die ich bisher kenne. Vorher war ich aufgeregt, denn ich hatte bisher nur fuenf Minuten mit ihr gesprochen.
Trotzdem hat es irgendwie funktioniert. Sie war sehr geduldig mit mir und so sind wir in der Stunde, in der wir lunchen waren, ueber den oberflaechlichen Smalltalk hinausgekommen.
Sie ist 22, hat einen Bachelor-Abschluss und schon gearbeitet. Erstaunlich, was man in diesem Alter schon alles geschafft haben kann.
Ich haette nicht gedacht, dass man es so vermissen kann, richtig mit Gleichgesinnten zu sprechen, mit hat das sehr gut getan.
Krawatte
Morgen treffe ich Claire Perry (eine andere Claire...). Sie ist Chief Executive. Ich habe keine Ahnung, was sie so macht, aber die haben fuer mich ein Treffen mit ihr arrangiert. Und das bedeutet einige Vorbereitung fuer mich, die ich teilweise schon abgeschlossen habe:
- Am Samstag eine Krawatte gekauft
- Am Dienstag den Windsor- und den HalfWindsor-Knoten geuebt.
- Gerade eben ein Hemd gekauft, bei dem ich den oberen Knopf zu machen kann. (Ich habe ja einen ziemlich grossen Hals. Deshalb muss ich fuer mein neues Krawatten-Hemd ein Hemd anziehen, was am Oberkoerper recht weit ist.)
Was ich noch machen muss:
- Heute das Krawattenbinden perfektionieren.
- Morgen frueh nach dem Aufstehen einen passenden Knoten binden.
Was aber ganz gut ist:
- Lisa, die tolle Sekretaerin, die immer fuer mich da ist, hat mir angeboten, beim Knoten zu helfen. Sie kann das natuerlich.
- Das Treffen ist erst um 3pm.
Sonstiges:
- Englaender sind aller Geruechte zum Trotz sehr direkt. Heute hat mich Claire gefragt, ob ich schon Leute kennengelernt haette. Was denkt die denn? Da muss man sich erstmal eine spontane ausweichende Antwort einfallen lassen. Und das auch noch auf englisch.
- Meistens fuehle ich mich fremd hier, aber was es mir hier ein bisschen leichter macht: Die fahren hier total auf M&Ms ab. Heute hatte ich kurz mal 5 Freunde, weil ich eine Packung M&Ms mitgebracht habe.
The Pietasters: Criyin Over You: http://www.myspace.com/thepietasters
Angels And Airwaves: The War:
http://www.myspace.com/angelsandairwaves
Science Fiction
Gestern war ich im Kino und habe wieder eine Traene abgedrueckt. Mehr ging aber beim besten Willen nicht. Ich habe "Children of Men" gesehen, einen Science-Fiction-Film. Das Kino lag nahe der Underground-Station "North-Greenwich". Was wesentlich einsamer liegt, als es klingt.
Man kommt aus dem Kino raus und sieht im Horizont die Hochhaeuser der Docklands. Rechts daneben, in Laufnaehe, liegt der Millenium-Dom. Auf dem Weg dorthin kommt man einem Neubaugebiet vorbei, was so gar-nicht-englische Haeuser hat.
Ich ging also Richtung U-Bahn. Auf den Strassen kam alle zwei Minuten ein Bus vorbei, selten konnte ich Fussgaenger in den dunklen Schatten ausmachen. Die Strassen waren verschwenderisch breit. Ob hier in der Rush-Hour mehr los ist?
Ich ueberlegte, zu sehen, wie weit weg die Docklands wirklich sind. Meiner Schaetzung nach eine halbe Stunde, aber wie das bei Hochhaeusern so ist: Auf viel Schaetz-Erfahrung kann ich mich dabei nicht verlassen. Also machte ich mich auf den Weg dorthin, um es auszuprobieren. So sehr ich mich bemuehte, die Strasse machte immer wieder eine Kurve zum Millenium-Dome. Ich kam einfach nicht naeher heran. Der letzte Versuch misslang, als ich links am Millenium-Dome vorbei wollte, dort aber eine bewachte Schranke war. Und links und rechts davon meterhohe, sichtgeschuetzte Zaeune. Ich nahm dann die Underground und die DLR, was aufregend genug war, schliesslich musste ich an der Station Canary Wharf umsteigen und die ist einfach uebertrieben Science-Fiction. Als ich dort an die frische Luft kam, war ich so ueberwaeltigt von den drei Wolkenkratzern, die mich umzingelten, dass ich auf das Bier an der Bar dort verzichtete.
Man muss es ja nicht uebertreiben.
Studenten-Treffen
Heute habe ich Claire getroffen, die einzige englische Studentin, die ich bisher kenne. Vorher war ich aufgeregt, denn ich hatte bisher nur fuenf Minuten mit ihr gesprochen.
Trotzdem hat es irgendwie funktioniert. Sie war sehr geduldig mit mir und so sind wir in der Stunde, in der wir lunchen waren, ueber den oberflaechlichen Smalltalk hinausgekommen.
Sie ist 22, hat einen Bachelor-Abschluss und schon gearbeitet. Erstaunlich, was man in diesem Alter schon alles geschafft haben kann.
Ich haette nicht gedacht, dass man es so vermissen kann, richtig mit Gleichgesinnten zu sprechen, mit hat das sehr gut getan.
Krawatte
Morgen treffe ich Claire Perry (eine andere Claire...). Sie ist Chief Executive. Ich habe keine Ahnung, was sie so macht, aber die haben fuer mich ein Treffen mit ihr arrangiert. Und das bedeutet einige Vorbereitung fuer mich, die ich teilweise schon abgeschlossen habe:
- Am Samstag eine Krawatte gekauft
- Am Dienstag den Windsor- und den HalfWindsor-Knoten geuebt.
- Gerade eben ein Hemd gekauft, bei dem ich den oberen Knopf zu machen kann. (Ich habe ja einen ziemlich grossen Hals. Deshalb muss ich fuer mein neues Krawatten-Hemd ein Hemd anziehen, was am Oberkoerper recht weit ist.)
Was ich noch machen muss:
- Heute das Krawattenbinden perfektionieren.
- Morgen frueh nach dem Aufstehen einen passenden Knoten binden.
Was aber ganz gut ist:
- Lisa, die tolle Sekretaerin, die immer fuer mich da ist, hat mir angeboten, beim Knoten zu helfen. Sie kann das natuerlich.
- Das Treffen ist erst um 3pm.
Sonstiges:
- Englaender sind aller Geruechte zum Trotz sehr direkt. Heute hat mich Claire gefragt, ob ich schon Leute kennengelernt haette. Was denkt die denn? Da muss man sich erstmal eine spontane ausweichende Antwort einfallen lassen. Und das auch noch auf englisch.
- Meistens fuehle ich mich fremd hier, aber was es mir hier ein bisschen leichter macht: Die fahren hier total auf M&Ms ab. Heute hatte ich kurz mal 5 Freunde, weil ich eine Packung M&Ms mitgebracht habe.
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Dienstag, 17. Oktober 2006
Musik
milkyway, 19:58h
Me First and the Gimme Gimmes haben eine neue CD rausgebracht, die man sich unter http://punknews.org/bands/mefirstandthegimmegimmes anhoeren kann. Hilft auch gegen ungewohnte Wutanfaelle. Jedenfalls bei mir.
Scheiss-Chirurgen
Heute hatte ich naemlich einen fuerchterlichen Tag. Eigentlich freute ich mich darauf, mal einen OP von innen zu sehen und mit etwas Glueck sogar Blutspritzer abzubekommen.
Und irgendwie hat alles auch ganz aufregend angefangen. Der Chirurg weiste mich darauf hin, dass ich auf keinen Fall etwas beruehren duerfte und half mir, meine Schutzjacke gegen Roentgenstrahlen anzulegen. Dann brachen sie den Jungen nochmal richtig den Arm, um ihn dann wieder zusammenzuflicken.
Danach sprach der Chirurg noch 2 Saetze mit mir. Den ersten so um elf, den zweiten um halb eins. Und um viertel vor zwei stand ich auf einmal alleine rum. Der nette Chrirurg, der jeden respektiert, egal, wo er in der Hierarchie steht, war weg. Ich versuchte noch einem Assistenzarzt hinterherzulaufen, aber der war auch ploetzlich weg.
Aber jetzt mache ich mir zu Hause erstmal ein paar Sausages mit beidseitig gebratenen Spiegelei und Buttertoast, dann wirds mir schon besser gehen.
Eine der Assintenzaerstinnen war ganz huebsch, dass hat mir die ein oder andere untertraegliche Minute gerettet, aber ich weiss immer noch nicht, ob sie zu schuechtern ist oder mich doof fand.
Als ich auf dem Weg zum Buero aufs Klo ging, merkte ich, dass ich zwei Eiterpickel hatte. Vielleicht lags auch daran.
Scheiss-Chirurgen
Heute hatte ich naemlich einen fuerchterlichen Tag. Eigentlich freute ich mich darauf, mal einen OP von innen zu sehen und mit etwas Glueck sogar Blutspritzer abzubekommen.
Und irgendwie hat alles auch ganz aufregend angefangen. Der Chirurg weiste mich darauf hin, dass ich auf keinen Fall etwas beruehren duerfte und half mir, meine Schutzjacke gegen Roentgenstrahlen anzulegen. Dann brachen sie den Jungen nochmal richtig den Arm, um ihn dann wieder zusammenzuflicken.
Danach sprach der Chirurg noch 2 Saetze mit mir. Den ersten so um elf, den zweiten um halb eins. Und um viertel vor zwei stand ich auf einmal alleine rum. Der nette Chrirurg, der jeden respektiert, egal, wo er in der Hierarchie steht, war weg. Ich versuchte noch einem Assistenzarzt hinterherzulaufen, aber der war auch ploetzlich weg.
Aber jetzt mache ich mir zu Hause erstmal ein paar Sausages mit beidseitig gebratenen Spiegelei und Buttertoast, dann wirds mir schon besser gehen.
Eine der Assintenzaerstinnen war ganz huebsch, dass hat mir die ein oder andere untertraegliche Minute gerettet, aber ich weiss immer noch nicht, ob sie zu schuechtern ist oder mich doof fand.
Als ich auf dem Weg zum Buero aufs Klo ging, merkte ich, dass ich zwei Eiterpickel hatte. Vielleicht lags auch daran.
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Donnerstag, 12. Oktober 2006
anstrengend
milkyway, 20:11h
Ach, hier laeuft es wirklich gut.
Heute habe ich das erste Mal etwas richtig sinnvolles bei der Arbeit gemacht und konnte mich einbringen.
Aber das ist natuerlich auch anstrengend, deshalb kann ich nicht lange schreiben.
Eine Sache nur: Gestern habe ich etwas verruecktes erlebt: Ich war in der Underground-Station "Bank". Da gibt es eine sehr lange Rolltreppe. Um sie einfach mal auszuprobieren, fuhr ich sie runter. Weil ich wirklich lange brauchte, regte sich in mir grosses Interesse. Wie lange es wohl gedauert hat?
Also fuhr ich nochmal hoch und nahm diesmal die Zeit.
Es dauerte 128 Sekunden. Das bedeutet, ich bin gestern fast 5 Minuten am Stueck Rolltreppe gefahren. Es gibt fuer alles ein erstes Mal. Und gestern bin ich zum ersten Mal eine Rolltreppe gefahren, sie einfach zuuu laaaaaaang war.
Heute habe ich das erste Mal etwas richtig sinnvolles bei der Arbeit gemacht und konnte mich einbringen.
Aber das ist natuerlich auch anstrengend, deshalb kann ich nicht lange schreiben.
Eine Sache nur: Gestern habe ich etwas verruecktes erlebt: Ich war in der Underground-Station "Bank". Da gibt es eine sehr lange Rolltreppe. Um sie einfach mal auszuprobieren, fuhr ich sie runter. Weil ich wirklich lange brauchte, regte sich in mir grosses Interesse. Wie lange es wohl gedauert hat?
Also fuhr ich nochmal hoch und nahm diesmal die Zeit.
Es dauerte 128 Sekunden. Das bedeutet, ich bin gestern fast 5 Minuten am Stueck Rolltreppe gefahren. Es gibt fuer alles ein erstes Mal. Und gestern bin ich zum ersten Mal eine Rolltreppe gefahren, sie einfach zuuu laaaaaaang war.
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Freitag, 6. Oktober 2006
Nach der ersten Woche
milkyway, 20:21h
Die erste Woche war sehr aufregend fuer mich und ich bin froh, dass Wochenende ist und ich ausspannen kann. Also nutze ich die Zeit, um die letzten Tage Revue passieren zu lassen.
Praktikum
Ich hatte immer wieder Tiefs. Das erste kam am Dienstag, als ich ziemlich frustrierende Arbeit machte. Ich musste Listen aufstellen ueber Sachen in einer fremden Sprache, deren Bedeutung ich wohl auf deutsch nicht verstehen wuerde. Zudem bekam ich das alles schlecht erklaert und ich traute mich nicht nachzufragen. Gleich durchfuhr mich der erste Heimwehschock.
So schlimm blieb es aber nicht und ich rueckblickend kann ich sagen, dass ich eine richtig gute Woche hatte. Hier am Krankenhaus wird ein neues Gebaeude gebaut, was sie in knapp 2 Monaten eroeffnen und ich durfte gestern schon einmal durchgehen. Ausserdem habe ich ein paar nette Leute kennengelernt, die sich viel Muehe mit mit geben, so dass sich mein Englisch rasant verbessert.
Da ist zum Beispiel Lisa: Sie ist die Sekretaerin vom Chef und sie ist soooo lieb. Dabei sieht sie so englisch aus, ich kann mir nicht vorstellen, dass es solche Menschen wie sie irgendwo anders gibt. Sie beherrscht die Hoeflichkeit und das Singen beim Sprechen und gibt mir das Gefuehl, dass sie mir immer helfen koennen wird, egal welcher Mist mir hier passiert.
Heute habe ich sogar ein nettes persoenliches Gespraech mit Helen gehabt, die ich erst fuer unsympathisch hielt. Wir unterhielten uns ueber unsere Beziehungen, sie erzaehlte viel von ihrer Situation, die wesentlich komplizierter ist als meine. Ihr Freund wohnt in Trinidad oder Tobago und sie ueberlegt, ob sie mit den beiden gemeinsamen Kindern dahinziehen soll.
Sie ist heute nicht aufgetaut, sondern nahezu explodiert.
Ich sehe es als eine grosse Herausforderung an, herauszukriegen, zu welchen Ausbruechen die kuehlen Englaender noch faehig sind.
Freizeit
Obwohl ich noch keine Freunde hier gefunden habe, bin ich noch an keinem Tag direkt nach der Arbeit nach Hause gegangen. Ich war ziemlich viel shoppen und habe eine Menge gesehen:
Docklands
Am Dienstag, nachdem die Arbeit sehr frustrierend war, bin ich in die Docklands gefahren, diesem neuen Buero-und-Einkaufs-Hochhaus-Komplex-mit-fahrerloser-U-Bahn.
Schon bevor ich ankam hatte ich heftiges Herzklopfen und freute mich sehr auf meine Erkundungstour. Und es war in der Tat ueberwaeltigend: Als waere ich in einen Science-Fiction-Film gefallen. Wolkenratzer so weit das Auge reicht, mit so viel Glas und so geraeumig gebaut, wie es geht.
Ein riesiges Einkaufszentrum, die modernste U-Bahn-Haltestelle, die ich je gesehen habe (canary wharf), irgendwo eine riesige Werbeleinwand, Wolkenkratzer, die bei einem Blick in das Erdgeschoss aussehen, als staenden sie leer, aber bestimmt voll von Aliens, Milliardaeren und nackten Frauensind. Und dann tanzen da alle drin, nehmen Drogen und so weiter. Immer wieder gab es zwischendrin kleine Gruenanlagen, die auch wirklich gruen sind. Auf das schwimmende chinesische Restaurant bin ich nicht gegangen, dafuer habe ich versucht, einige Anregungen von den Kleidungen der zahllosen Geschaeftsmaenner zu gewinnen. Achja, und die Versteigerung von Lehmanss Spickzettel ist sogar hier ein Thema.
Der Versuch, es in einem Wort zu beschreiben?
TotalueberraschendIneverhaveseensomethinglikethisbeforeueberforderndueberwaeltigendichwilldawohnenundDrogennehmenundmitdenMaedelsunddenMilliardaerentanzen.
Regenschirm
Ich habe einen Regenschirm bekommen. Allerdings erst gestern. Vorgestern kam mir etwas dazwischen:
Nach der Arbeit fand ich ziemlich schnell einen. Doch ich wollte noch in anderen Laeden nach einem schoeneren schauen. Ich wuerde ja spaeter wiederkommen koennen, dachte ich.
Das tat ich dann auch, aber der Laden hatte schon zugemacht. Es war gerade mal halb sechs. Gestern bin ich dann zu einem Einkaufszentrum gefahren, dass Donnerstags bis neun offen hat und da bin ich endlich fuendig geworden. (Merke: Von jetzt an jeden Donnerstag shoppen gehen.)
Kino
Gestern war ich im Kino und habe mir Click angesehen. Toll war der Film nicht, aber er hat mich trotzdem mitgenommen. Mir ist etwas passiert, was ich so vorher nicht kannte: ich musste weinen. Als Adam Sandler erkannte, dass er seine Familie vernachlaessigt hat, wurden meine Augen feucht, ich liess es einfach geschehen und eine kleine Traene lief meine rechte Wange herunter.
Das alles hier nimmt mich wohl doch schon irgendwie mit, aber fuer mich war es eine tolle Sache. Ich nehme mir bestimmt seit 10 Jahren vor, endlich mal im Kino zu weinen. Gestern habe ich es endlich geschafft.
Britische Gerichte diese Woche:
- Custard (war fuerchterlich)
- Fish & Chips (koestlich, aber zu wenig)
- Trifle von Marks & Spencer (ein gutes Abendessen)
Praktikum
Ich hatte immer wieder Tiefs. Das erste kam am Dienstag, als ich ziemlich frustrierende Arbeit machte. Ich musste Listen aufstellen ueber Sachen in einer fremden Sprache, deren Bedeutung ich wohl auf deutsch nicht verstehen wuerde. Zudem bekam ich das alles schlecht erklaert und ich traute mich nicht nachzufragen. Gleich durchfuhr mich der erste Heimwehschock.
So schlimm blieb es aber nicht und ich rueckblickend kann ich sagen, dass ich eine richtig gute Woche hatte. Hier am Krankenhaus wird ein neues Gebaeude gebaut, was sie in knapp 2 Monaten eroeffnen und ich durfte gestern schon einmal durchgehen. Ausserdem habe ich ein paar nette Leute kennengelernt, die sich viel Muehe mit mit geben, so dass sich mein Englisch rasant verbessert.
Da ist zum Beispiel Lisa: Sie ist die Sekretaerin vom Chef und sie ist soooo lieb. Dabei sieht sie so englisch aus, ich kann mir nicht vorstellen, dass es solche Menschen wie sie irgendwo anders gibt. Sie beherrscht die Hoeflichkeit und das Singen beim Sprechen und gibt mir das Gefuehl, dass sie mir immer helfen koennen wird, egal welcher Mist mir hier passiert.
Heute habe ich sogar ein nettes persoenliches Gespraech mit Helen gehabt, die ich erst fuer unsympathisch hielt. Wir unterhielten uns ueber unsere Beziehungen, sie erzaehlte viel von ihrer Situation, die wesentlich komplizierter ist als meine. Ihr Freund wohnt in Trinidad oder Tobago und sie ueberlegt, ob sie mit den beiden gemeinsamen Kindern dahinziehen soll.
Sie ist heute nicht aufgetaut, sondern nahezu explodiert.
Ich sehe es als eine grosse Herausforderung an, herauszukriegen, zu welchen Ausbruechen die kuehlen Englaender noch faehig sind.
Freizeit
Obwohl ich noch keine Freunde hier gefunden habe, bin ich noch an keinem Tag direkt nach der Arbeit nach Hause gegangen. Ich war ziemlich viel shoppen und habe eine Menge gesehen:
Docklands
Am Dienstag, nachdem die Arbeit sehr frustrierend war, bin ich in die Docklands gefahren, diesem neuen Buero-und-Einkaufs-Hochhaus-Komplex-mit-fahrerloser-U-Bahn.
Schon bevor ich ankam hatte ich heftiges Herzklopfen und freute mich sehr auf meine Erkundungstour. Und es war in der Tat ueberwaeltigend: Als waere ich in einen Science-Fiction-Film gefallen. Wolkenratzer so weit das Auge reicht, mit so viel Glas und so geraeumig gebaut, wie es geht.
Ein riesiges Einkaufszentrum, die modernste U-Bahn-Haltestelle, die ich je gesehen habe (canary wharf), irgendwo eine riesige Werbeleinwand, Wolkenkratzer, die bei einem Blick in das Erdgeschoss aussehen, als staenden sie leer, aber bestimmt voll von Aliens, Milliardaeren und nackten Frauensind. Und dann tanzen da alle drin, nehmen Drogen und so weiter. Immer wieder gab es zwischendrin kleine Gruenanlagen, die auch wirklich gruen sind. Auf das schwimmende chinesische Restaurant bin ich nicht gegangen, dafuer habe ich versucht, einige Anregungen von den Kleidungen der zahllosen Geschaeftsmaenner zu gewinnen. Achja, und die Versteigerung von Lehmanss Spickzettel ist sogar hier ein Thema.
Der Versuch, es in einem Wort zu beschreiben?
TotalueberraschendIneverhaveseensomethinglikethisbeforeueberforderndueberwaeltigendichwilldawohnenundDrogennehmenundmitdenMaedelsunddenMilliardaerentanzen.
Regenschirm
Ich habe einen Regenschirm bekommen. Allerdings erst gestern. Vorgestern kam mir etwas dazwischen:
Nach der Arbeit fand ich ziemlich schnell einen. Doch ich wollte noch in anderen Laeden nach einem schoeneren schauen. Ich wuerde ja spaeter wiederkommen koennen, dachte ich.
Das tat ich dann auch, aber der Laden hatte schon zugemacht. Es war gerade mal halb sechs. Gestern bin ich dann zu einem Einkaufszentrum gefahren, dass Donnerstags bis neun offen hat und da bin ich endlich fuendig geworden. (Merke: Von jetzt an jeden Donnerstag shoppen gehen.)
Kino
Gestern war ich im Kino und habe mir Click angesehen. Toll war der Film nicht, aber er hat mich trotzdem mitgenommen. Mir ist etwas passiert, was ich so vorher nicht kannte: ich musste weinen. Als Adam Sandler erkannte, dass er seine Familie vernachlaessigt hat, wurden meine Augen feucht, ich liess es einfach geschehen und eine kleine Traene lief meine rechte Wange herunter.
Das alles hier nimmt mich wohl doch schon irgendwie mit, aber fuer mich war es eine tolle Sache. Ich nehme mir bestimmt seit 10 Jahren vor, endlich mal im Kino zu weinen. Gestern habe ich es endlich geschafft.
Britische Gerichte diese Woche:
- Custard (war fuerchterlich)
- Fish & Chips (koestlich, aber zu wenig)
- Trifle von Marks & Spencer (ein gutes Abendessen)
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Montag, 2. Oktober 2006
Erster Tag im Praktikum
milkyway, 19:16h
Heute war mein erster Tag. Ich glaube, er war recht erfolgreich, vielleicht habe ich aber in der fremden Sprache ein paar wichtige Details ueberhoert, sicher bin ich mir also nicht.
Meine ersten Eindruecke:
- Endlich kommt meine Leidenschaft, mich haeufig zu bedanken und zu entschuldigen, richtig zur Geltung. Es ist richtig toll: Hier kann man auch immer noch ein very much hinterherwerfen.
- Ich werde in meiner Zeit hier lernen zu singen. Die singen hier mehr, als dass sie sprechen. In Verbindung mit "Lovely", "thank you very much" usw. kriegt man hier eine Ode nach der anderen zu hoeren. Das ist schon verrueckt, wie hoeflich die sind.
- Ich war gleich mal in einem Meeting. Mit meinem Husten kam ich mehrere Male in Verlegenheit. Ich glaube, hier muss man sich entschuldigen, wenn man hustet. Ich wollte als neuer Praktikant natuerlich nicht allzusehr auffallen und habe mich nicht getraut "Excuse Me" zu sagen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Falle fuer Deutsche ist, die ich voll erwischt habe.
- Obwohl es hier viel regnet, sind Regenschirme gar nicht so leicht zu bekommen.
- Ich sehe aus wie 20 oder 21 Jahre
- Ich brauche mir keine Krawatte oder so zu kaufen. ich sehe wohl auch so "Smart" aus.
- Katy und Kathy spricht man unterschiedlich aus. In dieses Fettnaepfchen werde ich gleich morgen nochmal reintrete, ich habe naemlich schon wieder vergessen, was genau der Unterschied war.
To-Do-List
- Regenschirm kaufen
- Singen lernen
Meine ersten Eindruecke:
- Endlich kommt meine Leidenschaft, mich haeufig zu bedanken und zu entschuldigen, richtig zur Geltung. Es ist richtig toll: Hier kann man auch immer noch ein very much hinterherwerfen.
- Ich werde in meiner Zeit hier lernen zu singen. Die singen hier mehr, als dass sie sprechen. In Verbindung mit "Lovely", "thank you very much" usw. kriegt man hier eine Ode nach der anderen zu hoeren. Das ist schon verrueckt, wie hoeflich die sind.
- Ich war gleich mal in einem Meeting. Mit meinem Husten kam ich mehrere Male in Verlegenheit. Ich glaube, hier muss man sich entschuldigen, wenn man hustet. Ich wollte als neuer Praktikant natuerlich nicht allzusehr auffallen und habe mich nicht getraut "Excuse Me" zu sagen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Falle fuer Deutsche ist, die ich voll erwischt habe.
- Obwohl es hier viel regnet, sind Regenschirme gar nicht so leicht zu bekommen.
- Ich sehe aus wie 20 oder 21 Jahre
- Ich brauche mir keine Krawatte oder so zu kaufen. ich sehe wohl auch so "Smart" aus.
- Katy und Kathy spricht man unterschiedlich aus. In dieses Fettnaepfchen werde ich gleich morgen nochmal reintrete, ich habe naemlich schon wieder vergessen, was genau der Unterschied war.
To-Do-List
- Regenschirm kaufen
- Singen lernen
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