zu Hause: 2007-01-19
Freitag, 19. Januar 2007
Heute Musik: Lieber keine, aber wenn, was aggressives.

7:00 Der Wecker klingelt das erste mal, aber ich entscheide mich, noch 20 Minuten weiterzuschlafen, was soll ich schon machen bis acht, wenn ich los will.
Noch kurz nachschauen, was es auf der deutschen Bahnseite aktuelles ginbt.
Dort steht dann, dass einige Züge ausfallen und der Zug nach Hannover von Zoo/Spandau abfährt. Etwas beunruhigen, um meinen Zug zu kriegen, reicht es mir dann nicht mehr, wenn ich um acht losfahren.
Die Hotlina für 3 cent pro Minute ist zum Glück besetzt. Noch kurz Zähne putzen.

7:35 Ich gehe zu Hause los und fahre erstmal zum Ostbahnhof, um mal die Lage abzuchecken. Fernzüge fahren nicht und die Schlange am Infopoint ist zu lang. Also fahre ich auf gut Glück zum Zoo.
An der Friedrichsstraße muss cih aussteigen, weil, der Lehrter Bahnhof blockiert ist. Mit dem Schienenersatzverkehr sollte ich es erst gar nicht versuchen, bekomme ich gesagt. Also setze ich mich etwas gehetzt in die U-Bahn Richtung Zoo.

8:40 Ich komme am Zoo an, genau rechtzeitig, um meinen Zug zu bekommen, für den ich reserviert habe. An den Anzeigen stehen lauter interessante üge, die in die ostdeutsche Pampa fahren. Nichts Richtung Hannover, geschweige denn Stuttgart.
Diesmal geht nichts am Infopoint vorbei. Da werde ich auf den ICE um 9:51 von Spandau verwiesen. Die S-BAhn fahre nicht nach Spandau. Sie schreibt mein Ticket auf den Zug um und sagt mir, dass um 9:01 ein Nahverkehrszug nach Spandau fährt.

9:01 Ich stehe am Gleis. Gerade stand auch noch der Zug nach Spandau dran. Wie von Geisterhand ist die Anzeige verschwunden, Durchsagen kommen keine. Also frage ich nach. Man sagt mir, der Nahverkehrszug fahre nicht, ich solle die S-Bahn nehmen.
Irgendwie schaffe es es dann auch.

9:50 Ich stehe in Spandau am Gleis. Noch eine Minute, bis der Zug nach Stuttgart kommt. Der Bahnsteig ist schon voll. Auf einmal steht an der Anzeige der Zug nach Bonn, der eine halbe Stunde Verspätung hat. Als dieser weggefahren ist, kommt die erfreuliche Durchsage: "Der Zug nach Stuttgart fällt wetterbedingt aus."

10:10 Ich habe mich am Servicepunkt angestellt. Die Schlange ist wesentlich länger als am Zoo. Ich lerne einen älteren Mann mit klassischem Bart kennen, ein Leidensgenosse.

10:40 Ich bin dran, reserviere mir sicherheitshalber einen Platz in dem Zug um 13:51 im Raucherabteil und spiele mit dem Gedanken, die Fahrt auf Sonntag zu verschieben. Die Dame am Schalter kann kann mir das Ticket nur auf den Freitag freischreiben, nicht für nächste Tage. Na gut, denke ich, nehme ich halt den Zug nach Mannheim um 10:47. Kurz nach dem Start kommt eine BAhndame und biete uns Kaffe an. "Was kostet der?" frage ich. "Nichts" sagt sie, "nur ein freundliches Lächeln". "Das bekommen sie gerne", sage ich und geniesse meinen Kaffe. Ich finde, trotz der Umstände schlägt sich meine LAune gut.

10:55 Wir kommen fast rechtzeitig los - möchte man meinen. Der Zugführer sagt bei der Durchsage, wir hätten 130 Minuten Verpätung. Kurz vor Frankfurt kommt spontan die Durchsage, dass der Zug hier endet. Bis dahin sitze ich gemütlich auf dem Platz mit der größten Beinfreiheit - im Gang, auf meinem Rucksack.

15:41 Ich bin in Frankfurt, steige in den Zug nach Stuttgart ein. Endlich, der Zug hat nur 30 Minuten Verpätung. Der Zug ist aber richtig voll. Kein Platz, meinen Rucksack hinzulegen. Also stelle ich mich neben meinen Rucksack und lese im Stehen.

17:15 Ankunft in Stuttgart. Unglaublich, ich habs geschafft. Zum Großen Finale stellen sich noch 2 Polizisten im Flur neben mich. Ich verhalte mich unauffällig und freue mich. Jetzt gibt es nur noch die U-Bahn-Fahrt nach Hause.

18:00 Ich liege in der Badewanne und geniesse die Ruhe. Als ich aussteige, sehe ich, dass After Shave in meinem Kulturbeutel ausgelaufen ist. Ich wusste gar nicht, dass ich das eingepackt hatte.

Gefühlte 27 Stunden hatte ich auf meinem Rucksack gegessen. Aber ich habe die Fahrt besser als das After Shave überstanden.

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