zu Hause: 2006-10-19
Donnerstag, 19. Oktober 2006
Everyday-Adventures
Bitte waehrend des Lesens folgende Musik hoeren:
The Pietasters: Criyin Over You: http://www.myspace.com/thepietasters
Angels And Airwaves: The War:
http://www.myspace.com/angelsandairwaves

Science Fiction
Gestern war ich im Kino und habe wieder eine Traene abgedrueckt. Mehr ging aber beim besten Willen nicht. Ich habe "Children of Men" gesehen, einen Science-Fiction-Film. Das Kino lag nahe der Underground-Station "North-Greenwich". Was wesentlich einsamer liegt, als es klingt.

Man kommt aus dem Kino raus und sieht im Horizont die Hochhaeuser der Docklands. Rechts daneben, in Laufnaehe, liegt der Millenium-Dom. Auf dem Weg dorthin kommt man einem Neubaugebiet vorbei, was so gar-nicht-englische Haeuser hat.

Ich ging also Richtung U-Bahn. Auf den Strassen kam alle zwei Minuten ein Bus vorbei, selten konnte ich Fussgaenger in den dunklen Schatten ausmachen. Die Strassen waren verschwenderisch breit. Ob hier in der Rush-Hour mehr los ist?

Ich ueberlegte, zu sehen, wie weit weg die Docklands wirklich sind. Meiner Schaetzung nach eine halbe Stunde, aber wie das bei Hochhaeusern so ist: Auf viel Schaetz-Erfahrung kann ich mich dabei nicht verlassen. Also machte ich mich auf den Weg dorthin, um es auszuprobieren. So sehr ich mich bemuehte, die Strasse machte immer wieder eine Kurve zum Millenium-Dome. Ich kam einfach nicht naeher heran. Der letzte Versuch misslang, als ich links am Millenium-Dome vorbei wollte, dort aber eine bewachte Schranke war. Und links und rechts davon meterhohe, sichtgeschuetzte Zaeune. Ich nahm dann die Underground und die DLR, was aufregend genug war, schliesslich musste ich an der Station Canary Wharf umsteigen und die ist einfach uebertrieben Science-Fiction. Als ich dort an die frische Luft kam, war ich so ueberwaeltigt von den drei Wolkenkratzern, die mich umzingelten, dass ich auf das Bier an der Bar dort verzichtete.
Man muss es ja nicht uebertreiben.

Studenten-Treffen
Heute habe ich Claire getroffen, die einzige englische Studentin, die ich bisher kenne. Vorher war ich aufgeregt, denn ich hatte bisher nur fuenf Minuten mit ihr gesprochen.

Trotzdem hat es irgendwie funktioniert. Sie war sehr geduldig mit mir und so sind wir in der Stunde, in der wir lunchen waren, ueber den oberflaechlichen Smalltalk hinausgekommen.

Sie ist 22, hat einen Bachelor-Abschluss und schon gearbeitet. Erstaunlich, was man in diesem Alter schon alles geschafft haben kann.

Ich haette nicht gedacht, dass man es so vermissen kann, richtig mit Gleichgesinnten zu sprechen, mit hat das sehr gut getan.

Krawatte
Morgen treffe ich Claire Perry (eine andere Claire...). Sie ist Chief Executive. Ich habe keine Ahnung, was sie so macht, aber die haben fuer mich ein Treffen mit ihr arrangiert. Und das bedeutet einige Vorbereitung fuer mich, die ich teilweise schon abgeschlossen habe:
- Am Samstag eine Krawatte gekauft
- Am Dienstag den Windsor- und den HalfWindsor-Knoten geuebt.
- Gerade eben ein Hemd gekauft, bei dem ich den oberen Knopf zu machen kann. (Ich habe ja einen ziemlich grossen Hals. Deshalb muss ich fuer mein neues Krawatten-Hemd ein Hemd anziehen, was am Oberkoerper recht weit ist.)
Was ich noch machen muss:
- Heute das Krawattenbinden perfektionieren.
- Morgen frueh nach dem Aufstehen einen passenden Knoten binden.
Was aber ganz gut ist:
- Lisa, die tolle Sekretaerin, die immer fuer mich da ist, hat mir angeboten, beim Knoten zu helfen. Sie kann das natuerlich.
- Das Treffen ist erst um 3pm.

Sonstiges:
- Englaender sind aller Geruechte zum Trotz sehr direkt. Heute hat mich Claire gefragt, ob ich schon Leute kennengelernt haette. Was denkt die denn? Da muss man sich erstmal eine spontane ausweichende Antwort einfallen lassen. Und das auch noch auf englisch.
- Meistens fuehle ich mich fremd hier, aber was es mir hier ein bisschen leichter macht: Die fahren hier total auf M&Ms ab. Heute hatte ich kurz mal 5 Freunde, weil ich eine Packung M&Ms mitgebracht habe.

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